LUXEMBURGLJ

Die Fecht-Ausnahmetalente Lis Fautsch und Flavio Giannotte greifen nach Olympia

Beide kommen aus dem gleichen Verein, Escrime Sud, fechten die gleiche Waffe und ihre Ziele sind ähnlich: Lis Fautsch hat sich fest vorgenommen, die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio zu schaffen, Flavio Giannotte will in Tokio starten; idealerweise qualifizieren sich beide für die Spiele in 2020.

Der COSL ist vom Potenzial der beiden Fechter der Fédération Luxembourgeoise d’Escrime (FLE) überzeugt, als Sportsoldatin bekommt Fautsch Olympiaförderung, Flavio hat gerade den Sprung in den Förderkader geschafft. Im ungarischen Budapest schaffte Fautsch die Qualifikation für die Europäischen Spiele in Baku und zeigte so ihre Stärke. Im slowenischen Maribor belegt Flavio einen ausgezeichneten 7. Rang bei der Europameisterschaft.

In freudiger Erwartung eines harten Trainings

Sie sind beide Ausnahmetalente und arbeiten hart für ihren Erfolg; Lis im deutschen Heidenheim, Flavio demnächst in Frankreich. „Als Profisportler arbeitet man permanent an kleinsten Details“, erklärt Lis - und Flavio ergänzt: „Ich kann es kaum erwarten, tagtäglich mit den Besten zu trainieren“.

Nach ihrem Master in Kommunikationswissenschaften wagt Fautsch den Sprung ins Profilager, seit drei Jahren ist sie Sportsoldatin: „Die Armee ist eine tolle Sache, ich habe eine soziale Absicherung und kann mich voll auf meinen Sport konzentrieren“. Eine Absicherung ist auch für Flavio wichtig, nach dem Abi will er „Sciences et techniques des activités physiques et sportives“ (STAPS) studieren, hier sieht er die optimale Kombination von Sport und Studium. Er schließt nicht aus, die Sportsektion der Armee zu integrieren. Vorerst will Giannotte Studium und Sport parallel betreiben: „Wenn ich die Chance sehe, mich für Tokio zu qualifizieren, ist die Armee sicher die richtige Wahl“. Für Fautsch ist es bereits Fecht-Alltag, durch den permanenten Kontakt mit der deutschen Nationalmannschaft hat sie gelernt, dass Leistungssport sehr vielfältig ist. Neben der Lektion mit Cheftrainer Istvan Javor stehen regelmäßige Einheiten mit Melinda Kövecs an der Tagesordnung.

Beste Bedingungen

Ihr Fitnesstraining wird von Prof. Dr. Klaus Baum gesteuert. Baum hat unter anderem die deutsche Handball-Nationalmannschaft betreut. Ein Mentalcoach und Clubtrainer Maurice Pizay sowie verschiedene Physiotherapeuten vervollständigen das Team, das administrativ von Pascal Tesch betreut wird. Am Stützpunkt Heidenheim, wo Fautsch trainiert, ist sie bestens in Verein und Mannschaft integriert und das weit über die Planche und die Fechthalle hinaus.

Für Giannotte laufen die Verhandlungen, idealerweise darf er in die französischen „Leistungsfabrik“ INSEP. Momentan laufen die Gespräche mit dem französischen Verband erfolgversprechend. „Die Franzosen habe die stärksten Degenfechter weltweit, wenn ich hier mittrainieren darf, geht ein Traum in Erfüllung“, schwärmt Giannotte. Er wird im April in Tashkent (UZB) bei der Junioren-Weltmeisterschaft antreten, Fautsch im Juni in Montreux (SUI) bei der Europameisterschaft. Nächste Saison ist auch Giannotte „Senior“ - dann teilen sich beide auch die Saisonhöhepunkte.