LUXEMBURG
PIERRE WELTER/DPA

Die Entscheidung im „LuxLeaks“-Prozess ist gefallen. Der Ex-Buchhalter von PricewaterhouseCoopers, Antoine Deltour, wurde am Mittwochnachmittag zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Er wurde vom Bezirksgericht Luxemburg für schuldig befunden, rund 45.000 Seiten Dokumente über Steuervereinbarungen in die Öffentlichkeit gebracht zu haben.

Sein Ex-Kollege Raphaël Halet wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung sowie 1000 Euro verurteilt. Der französische Journalist Edouard Perrin wurde freigesprochen. Perrin hatte als Erster über „LuxLeaks“ berichtet und den Skandal dadurch ins Rollen gebracht.

Die Richter blieben unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von achtzehn Monaten. In der Nebenklage wurden Deltour und Halet zum symbolischen Euro verurteilt. Die Verteidiger von Deltour und Halet haben bereits Revision angekündigt.

Solidaritätskundgebung

Mehr als fünfzig Unterstützer versammelten sich am Mittwoch vor dem weiträumig abgeriegelten Gerichtsgebäude, um dort ihre Solidarität mit den Angeklagten zu zeigen. Auf Transparenten und Plakaten forderten sie einen besseren Schutz für die Whistleblower. Unter den Demonstranten war auch der Politiker Justin Turpel, der sich für die Whistblower eingesetzt hatte. Zur selben Stunde versammelten sich Nichtregierungsorganisationen zu einer Solidaritätskundgebung für Deltour, Halet und Perrin vor der luxemburgischen Botschaft in Paris.

Die Enthüllungen über Steuersätze von gelegentlich weniger als einem Prozent hatten 2012 und 2014 eine internationale Debatte über den „Steuerwettbewerb“ mehrerer EU-Staaten um Unternehmen ausgelöst.

Raphaël Halet. Foto: Hervé Montaigu - Lëtzebuerger Journal
Raphaël Halet. Foto: Hervé Montaigu
Edouard Perrin. Foto: Hervé Montaigu - Lëtzebuerger Journal
Edouard Perrin. Foto: Hervé Montaigu
Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude. Foto: Claude Karger - Lëtzebuerger Journal
Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude. Foto: Claude Karger
Demonstration vor dem Gerichtsgebäude, die zeigen soll, wie Konzerne von den Steuerabsprachen profitierten. Foto: Claude Karger - Lëtzebuerger Journal
Demonstration vor dem Gerichtsgebäude, die zeigen soll, wie Konzerne von den Steuerabsprachen profitierten. Foto: Claude Karger