LUXEMBURG
LYDIE DIEDERICH & DENIS MANCINI

Der „Memory Walk“ ist ein internationales Ereignis der Alzheimervereinigungen, das jährlich um den 21. September, dem Welt-Alzheimertag, stattfindet. Wegen der Corona-Pandemie hat die „Association Luxembourg Alzheimer“ (ala) beschlossen, die Menschen mit Demenz von zu Hause aus zu unterstützen, dies durch die Aktion „Memory Stay“, eine sozusagen virtuelle Auflage des „Memory Walk“, die an das Motto „Bleift doheem“ anknüpft.

„Da die Krankheit leider immer noch tabu ist, lautet das Thema des Jahres ,Demenz, kommt wir reden darüber‘. Um das Tabu zu brechen, muss man über die Krankheit reden, denn je besser die Öffentlichkeit informiert ist, desto verständnisvoller wird sie. Eine Demenz kann zu Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen führen. Diese erschweren das Leben in der Gesellschaft. Durch eine kontinuierliche Aufklärungs- und Informationsarbeit wird versucht, das Thema Demenz zu enttabuisieren, denn das Recht auf soziale Teilhabe gilt für alle Menschen. Sowohl Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen als auch Angehörige sollen dazu befähigt werden, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren und sichtbar zu machen.

Wer aber über Demenz redet, sollte auch ,richtig‘ darüber reden. Richtig, das heißt, indem man eine Sprache gebraucht, die nicht stigmatisiert, sondern das Verständnis, die Inklusion und die Teilhabe der Betroffenen fördert und letztlich zu einer guten Lebensqualität aller Beteiligten beiträgt. In dieser Optik wurde der ,Sprachleitfaden Demenz‘ von der ala in Zusammenarbeit mit sechs deutschsprachigen Alzheimer- und Demenz-Organisationen erstellt. Er soll Hinweise darüber geben, wie wir in angemessener Weise über Demenz reden und kann auf der Webseite der ala heruntergeladen werden.

Eines unserer Anliegen ist es ebenfalls, dass der Diagnosemitteilung einer Demenzerkrankung in Zukunft verstärkt Beachtung geschenkt werden soll. Vor allem muss die ärztliche Aufklärung in der Praxis verbessert werden. So genügt es nicht, die Frühdiagnostik einzuführen, sondern genauso wichtig ist es, die psychosoziale Unterstützung beim Erhalt der Diagnose zu gewährleisten. Hier drängt sich eine Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Organisationen auf, die sich spezifisch mit der Thematik beschäftigen und psychosoziale Gesprächskompetenzen besitzen.

Schlussendlich möchten wir noch auf die Wichtigkeit der Selbsthilfegruppen für Betroffene aufmerksam machen. Diese erlauben den Austausch mit Gleichbetroffenen in einem geschützten Rahmen und bieten eine fachliche Unterstützung und Begleitung, die die Betroffenen im Erhalt ihrer Selbstständigkeit unterstützen. Die ala bietet auch eine unterstützte Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz an.“

Weitere Infos finden Sie auf: www.alzheimer.lu