LUXEMBURG
ALINE WATRY

Am 18. Oktober lädt der gemeinnützige Verein Treffpunkt ADHS zusammen mit den Unterzeichnern der Charta „Emploi&Handicap“ zu einer Konferenz über unsichtbare Behinderungen, in diesem Fall spezifisch die Störung ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit mit oder ohne Hyperaktivität) am Arbeitsplatz, in die Handelskammer. Für Aline Watry, Vizepräsidentin der asbl, steht fest, dass Luxemburg noch einen weiten Weg vor sich hat, wenn es um die Inklusion von Menschen mit einer Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt geht.

„Diese Konferenz schreibt sich in den Kontext der Organisation ADHD Europe ein, wo in den einzelnen Staaten während einer Sensibilisierungswoche Veranstaltungen organisiert werden. Für dieses Ereignis konnten wir Hans van de Velde als Hauptredner gewinnen, Gründer der Initiative ,European Brains@Work´, um für den Umgang mit ADHS im Arbeitsumfeld zu sensibilisieren. Mit dieser Konferenz wollen wir allerdings unsichtbare Behinderungen in allen Formen ansprechen, ob nun ADHS, Diabetes, Epilepsie oder psychische Erkrankungen.

Es gibt in Luxemburg durchaus bereits einige Initiativen, die dabei helfen, dass Menschen mit einer Behinderung auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Als Beispiel sei das geplante Projekt der Arbeitsagentur ADEM genannt, einen Coach an die Seite zu geben, der den Berufseinstieg begleitet. Auch vonseiten der gemeinnützigen Organisationen gibt es zweifelsohne eine große Bereitschaft, auf Anfragen von Unternehmen zu reagieren und beratend zur Seite zu stehen.

Man muss allerdings sagen, dass insgesamt in Luxemburg noch ein weiter Weg zurückgelegt werden muss. Obwohl es eine gesetzliche Verpflichtung für Betriebe gibt, ab einer gewissen Personaldecke Mitarbeiter mit einer Behinderung einzustellen, Unternehmen dabei sowohl finanziell wie auch beratend unterstützt werden und obwohl eine Nichterfüllung der Auflagen mit Sanktionen verbunden sind, viele Arbeitgeber diese Quotenregelung nicht respektieren. Auch wenn einige, vor allem große Arbeitgeber in Luxemburg mit gutem Beispiel vorangehen.

Eine große Herausforderung ist zweifelsohne das fehlende Bewusstsein dafür, dass jeder Mensch einzigartig ist und seine spezifischen Talente hat. Wir müssen dahin kommen, dass Firmen aber auch die Gesellschaft insgesamt ein Handicap nicht mehr mit einem Defizit assoziiert, sondern damit, dass manche Menschen anders funktionieren und nicht eingeschränkt sind, wenn der Posten gut angepasst ist. Auch bei der Information über Behinderungen besteht Nachholbedarf. Zudem muss sich der Mensch nicht nur der Arbeit, sondern die Arbeit auch dem Menschen anpassen.

Aus diesem Grund bieten wir Unternehmen am Freitagmorgen nach der Konferenz auch die Gelegenheit, sich mit unserem Gastredner über Erfahrungen auszutauschen und auch Fragen zum Thema zu stellen.“

Anmeldung zur Konferenz am 18. Oktober (um 18.00 in der Handelskammer) und zu der Möglichkeit für Unternehmensvertreter, Hans van de Velde am Freitagmorgen (zwischen 10.00 und 12.00) zutreffen, auf uel.lu. Für die Konferenz ist eine Simultanübersetzung in Englisch und Französisch geplant