LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Vom 4. März an: P+R Bouillon in Luxemburg-Hollerich ab dem zweiten Tag gebührenpflichtig

Ab Montag, dem 4. März heißt es zahlen, wenn man seinen Wagen länger als 24 Stunden auf dem P+R Bouillon in Luxemburg-Hollerich abstellt. Ab der 25. Stunde beläuft sich die Gebühr auf 10 Euro per angefangenen Tag. Dies war gestern Morgen beim „City Breakfast“ im hauptstädtischen Rathaus zu erfahren. Die Validierung des am Eingang zum Parking erhaltenen Parkscheins erfolgt an den auf dem Gelände errichteten automatischen Kassen.

Auch in Zukunft bleibt der P+R Bouillon für die Dauer bis zu 24 Stunden gratis, wie mit Nachdruck unterstrichen wurde. Eine Validierung des Parkscheins ist in diesem Falle nicht nötig. Die geplante Änderung dürfte also keinen Einfluss auf die Gewohnheiten der täglichen Pendler haben.

Ein Viertel der PKW-Stellplätze in Hollerich betroffen

Die geplante Änderung zielt darauf ab, den Pendlern, Besuchern und anderen Benutzern, die ihren Wagen einen Tag hier abstellen möchten, genügend Parkplätze zu garantieren und sie davon abzuhalten, sich mit ihren Fahrzeugen in die einzelnen Stadtviertel zu begeben. In der Vergangenheit, wie gestern Morgen beklagt wurde, mussten die Stadtverantwortlichen immer wieder feststellen, dass die hohe Nutzung des P+R Bouillon auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass Fahrzeuge für mehrere Tage, ja Wochen hier abgestellt werden. Rund ein Viertel der 2.450 Stellplätze auf dem Hollericher P+R Bouillon werden von Dauerparkern besetzt, die ihren Wagen über längere Zeit hier abstellen.

Die nun ergriffene Maßnahme, so hieß es gestern weiter von Seiten der Stadtverantwortlichen, schreibt sich ein in den Rahmen einer kohärenten Gestion der PKW-Stellplätze auf dem gesamten Stadtgebiet. Erklärtes Ziel der Stadt Luxemburg ist es, die Kurzzeitparker (bis zu zwei Stunden) dazu zu bewegen ihr Auto entlang der öffentlichen Straßen abzustellen. Die „Mittelzeitparker“ (drei bis fünf Stunden) sollen die verschiedenen Parkhäuser aus dem Stadtgebiet anfahren, während die Langzeitparker (über fünf Stunden) die verschiedenen P+R und den öffentlichen Personennahverkehr nutzen sollen. Auf dieser Art und Weise sollen die beider „Hyperzentren“ der Stadt Luxemburg - die Oberstadt und das Bahnhofsviertel - für die Besucher und die Kunden der Geschäfte, Restaurants usw. zugänglich bleiben, dies auf Kosten der Pendler und anderer, die die PKW-Stellplätze einen ganzen Tag lang belegen.

ADR-Sektion Luxemburg-Stadt nicht einverstanden

Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass die anderen auf dem Stadtgebiet existierenden P+R - Beggen, Kirchberg, Kockelscheuer, Luxemburg-Süd - kostenfrei bleiben, und dies ohne Einschränkung der Parkdauer.

Die Entscheidung der Stadt Luxemburg, den P+R Bouillon in Hollerich ab der 25. Stunde gebührenpflichtig zu machen, hat nun auch die ADR-Sektion Luxemburg-Stadt auf den Plan gerufen. In einer Pressemittelung weist die ADR-Gemeinderätin Marceline Goergen darauf hin, dass die hauptstädtische ADR-Sektion die diesbezügliche Entscheidung des Schöffenrates der Stadt Luxemburg, „die nicht im Gemeinderat zur Diskussion stand“, nicht mit trägt. Auch sagt sich die ADR-Politikerin erstaunt über die gestern vor der Presse geäußerten Zahlen, die nicht mit denen der zuständigen Kommission überein stimmen sollen.