CLAUDE KARGER

Der LCGB-Präsident weiß, warum Tripartite-Runden heutzutage scheitern. „Heute - und das ist unsere Kritik - denken wir nur punktuell. Ein rezentes Beispiel hierfür ist die Rentenreform. Wir entwickeln keine globalen Konzepte. Wir gehen scheibchenweise vor, anstatt global nach Lösungen zu suchen“, erklärte Patrick Dury dem „Wort“ im Hinblick auf einen hochkarätigen LCGB-Zukunftstisch zum Luxemburger Sozialmodell am kommenden Donnerstag. Eine begrüssenwerte Initiative, die allerdings keine „Tripartite“ sein soll. Obwohl, wie der christliche Gewerkschaftsbund immer wieder fordert, es höchste Eisenbahn wäre, mal wieder so ein Dreiergespräch zu führen. Schließlich ist jedem klar, dass wir, wie Dury sagt, „mit der Nischenpolitik am Ende“ sind und wir ein „neues Geschäftsmodell“ brauchen. Na, deshalb müsste man mal einig sein über die allgemeine Diagnose und von Arbeitsrecht bis Sozialversicherung alles gründlich durchleuchten. Da hakt es dann aber auch gleich, denn sofort wimmelt es von Tabuzonen, die den globalen Konzepten den Garaus machen. Man nehme eine Regierung hinzu, die längst entschieden hat, dass sie bis zu den Wahlen nichts mehr entscheiden will und nur noch an der Macht klebt. Der Stillstand ist Programm.