LUXEMBURG
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Fragen an DP-Fraktionschef Eugène Berger

Für unsere diesjährige Sommerserie - der letzten vor den Wahlen vom 14. Oktober - ließen wir einigen ausgewählten Politikern eine Reihe von Fragen via E-Mail zukommen, von denen die meisten auf dem berühmten Fragebogen von Marcel Proust beruhen. Einige haben noch am gleichen Tag geantwortet, bei anderen lässt die Antwort immer noch auf sich warten. Befragt wurden in erster Linie die Fraktionsvorsitzenden beziehungsweise die Gruppenanführer der im Parlament vertretenen Parteien. Heute mit DP-Fraktionschef Eugène Berger.

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Legislatur?

Eugène Berger Das Budgetgesetz 2014, da war ich Berichterstatter (lacht). Aber immerhin war es die erste Basis, um die Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen. Dies wiederum ermöglichte es, eine ganze Reihe von Akzenten in der Politik zu setzen. Insbesondere die sozialgerechte Steuerreform, welche den Mittelschichten wieder mehr Kaufkraft brachte. Den Weg in die Geschichtsbücher werden wohl verschiedene Reformen im gesellschaftspolitischen Bereich finden, wie die Neuregelung der Beziehungen zwischen dem Staat und den Religionen.

Welches sind für Sie die Prioritäten in einer neuen Legislatur?

Berger Die fortschreitende Digitalisierung wird die nächsten Jahre prägen. Dies bringt Chancen für den Standort Luxemburg aber auch für jeden einzelnen Bürger. Ich denke da zum Beispiel an die Chancen des „Télétravail“, welcher es ermöglicht, seine Arbeit individueller zu gestalten und mehr Zeit für sich und die Familie zu haben. Flexible Arbeitszeiten werden sicherlich ein auch Kernthema werden.

Welches Ministeramt würde Sie reizen?

Berger Zuerst wird der Wähler am 14. Oktober sprechen, und es ist sicherlich zu früh, um irgendwelche Posten zu verteilen! Unabhängig davon hat man sich als Fraktionschef in alle Politikbereiche eingearbeitet. Als ehemaliger Lehrer liegt mir die Schule am Herzen.

Soll Xavier Bettel Premier bleiben?

Berger Ja!

Wohin fahren Sie in den Urlaub, und warum?

Berger Der Berg ruft! In die Schweizer und französischen Alpen. Das Bergsteigen brauche ich einfach. Dem Außenstehenden erscheint das vielleicht anstrengend und ermüdend, ich kann dabei jedoch komplett abschalten und frische Energie tanken.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

Berger Ein paar schnelle 4.000er Gipfel im Alleingang, dazwischen aber auch Relaxen am Bergsee.

Welche Bücher planen Sie, im Urlaub zu lesen?

Berger Ich habe bisher noch keines auf die Seite gelegt oder gekauft. Das wird aber noch kommen.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Berger Allein auf dem Gipfel des Mt. Everest zu stehen. Das war der absolute Kick.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Berger Die man aus Liebe macht.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Berger Keine Träume und Ziele mehr zu haben.

Ihre liebsten Romanhelden?

Berger Tom Sawyer und Huckleberry Finn.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Berger Leonardo da Vinci und Marco Polo.

Ihre Lieblingshelden in der Gegenwart?

Berger Alle, die sich für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung einsetzen.

Ihr Lieblingsmaler?

Berger Keinen bestimmten zur Zeit.

Ihr Lieblingsautor?

Berger Habe Hemingway wiederentdeckt ... das riecht nach Lektüre für diesen Sommer.

Ihr Lieblingskomponist?

Berger J.S. Bach.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Berger Klettern, am liebsten in der Sonne an einem schönen Ort in der Natur.

Ihr Hauptcharakterzug?

Berger Ausdauer und Willen.

Ihr größter Fehler?

Berger Bei Sahnekuchen und guter „Pâtisserie“ kann ich nicht Nein sagen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Berger Mit voller Energie auf dem Weg zum Gipfel.