LUXEMBURG
SOPHIA SCHUELKE, PATRICK WELTER, INGO ZWANK

Obwohl die kleinste der luxemburgischen Regionen, hat ausgerechnet der Osten zwei europaweit bekannte Highlights. Das im deutschsprachigen Raum geradezu sprichwörtliche Echternach mit seinem Weltkulturerbe Springprozession und im äußersten Süden Schengen. Ein Dorf, das zum Synonym für das Zusammenwachsen Europas wurde. Dazwischen gibt es aber auch vieles zu entdecken.

Europa bleibt der Renner

Das Tourismusbüro in Schengen ist alleine schon eine Reise wert. Welche „Tourist-Info“ residiert schon auf einem Betonschiff, das dazu noch von einem Stararchitekten entworfen wurde? Das gibt es nur in Schengen. Dem neuen Tourismus-Center in Remich gegenüber, das ebenfalls von François Valentiny, sehr futuristisch gestaltet ist, hat man immer noch die Besonderheit als schwimmendes Büro dem realen Dreiländereck ganz nah zu sein. Das Dreiländereck an der Mosel, war ja bis jetzt eher ein bisschen abstrakt, schließlich liegt es im Wasser. Seit neuestem wird diese Stelle mit einer großen weißen Boje gekennzeichnet, nun sieht man wo Luxemburg, Deutschland und Frankreich wirklich zusammenstoßen - freundschaftlich und nicht militärisch wie früher so oft. Weiß wurde deshalb für die Boje gewählt, weil alle anderen gängigen Farben von gesetzlichen Schifffahrtszeichen besetzt sind.

In Schengen setzt man beim Tourismus auf zweierlei, auf die Faszination des Dreiländerecks und die Geschichte der innereuropäischen Grenzen, die eng mit dem Ortsnamen „Schengen“ verbunden ist. Das Europamuseum an der Schengener Promenade führt in das Thema ein. Es bietet sogar spezielle Kinderprogramme für verschiedene Altersgruppen an. Hier wird Europa spielerisch erlebt.

Am bekannten Europa-Denkmal kann man demnächst auf Tafeln Abbildungen der originalen Schengener Verträge finden, außerdem zeigt eine begehbare Windrose noch in diesem Jahr die Entfernungen von Schengen, dem gedachten Mittelpunkt Europas, zu wichtigen Städten rund um den Globus an. Das im Frühjahr an Schengen vergebene „European Heritage Label“ soll auch noch diesem Sommer visualisiert werden, dazu gibt es bereits eine luxemburgische Sonderbriefmarke.

Auf dem Schengener Tourist-Info-Schiff informiert man uns über einen überraschenden Trend: Je mehr in Europa über Grenzen im Allgemeinen und Schengen im Besonderen gestritten wird, desto mehr Besucher kommen ins Dreiländereck und ins Europa-Museum. Die Pro-Schengen-Bürger wollen offenbar Flagge zeigen. Im letzten Jahr besuchten 40.000 Touristen das Europa-Museum, zusammen mit denjenigen die sich mit den Außenanlagen zufrieden geben, waren es 2017 rund 60.000 Gäste , die nach Schengen kamen.

Besonders beliebt ist bei den Museumsbesucher eine speziellesd Souvenir: Der „Null-Euro-Schein“ den man im Museums-Shop für zwei Euro kaufen kann.

Während wir uns in der Tourist-Info informieren, kommt eine Familie aus Berlin, zusammen mit ihrem österreichischen Gast herein. Die Berliner, die per Rad bis nach Koblenz fahren wollen, sehen sich auch als Europabefürworter und der Besuch in Schengen gehört für sie einfach dazu. Apropos Fahrrad: Ein dauerhafter Renner - abhängig vom Wetter - ist der durch die „Leader“-Gruppe „Miselerland“ organisierte Fahrradverleih „Rent-a-bike Miselerland“. Das Tourismusschiff in Schengen ist die südlichste Ausleihstation.

Mondorf: Biogerichte und Bienen

In der „Domaine Thermal“ in Mondorf gibt es einige Neuigkeiten. So ist das Mondorf Parc Hotel von einem Vier-Sterne-Status zu einem Vier-Sterne-Superior klassifiziert worden. Zudem ist das „Chalet du Brill“ seit Jahresbeginn nach Renovierungsarbeiten wiedereröffnet. In der Brasserie gibt es weiterhin luxemburgische Spezialitäten, aber verstärkt auch regionale Gerichte. Zum Ende des Sommers soll dann auch die Renovierung des großen Spielplatzes abgeschlossen sein: Dann können sich die Eltern auf der Terrasse des „Chalet du Brill“ entspannen und die Kinder sich im geschützten und abgegrenzten Spielplatz austoben.

Bei der Gastronomie legt man generell mehr Wert auf Hausgemachtes, sowie bio- und regionale Produkte. Beispielsweise ist die Küche des Restaurants De Jangeli mehr auf eine „Bistronomie“ ausgerichtet: Gastronomische Rezepte sollen in Bezug auf die Preise auf die Einfachheit und die Erschwinglichkeit eines Bistros treffen. Seit dem Jahresanfang bietet das Restaurant 36° den Gästen der „Domaine Thermal“ viel Lokales, Hausgemachtes und vollständige Biogerichte.

Im Park stehen seit dem Beginn des Sommers drei Bienenstöcke. Die erste und reichliche Honigernte wird für den Herbst erwartet. Dann soll der Honig zunächst den Hotelgästen zum Frühstück munden. Kinder können im neuen Blumenlabyrinth auf Entdeckungstour gehen, die Vollblüte steht in diesem Tagen an.

www.mondorf.lu

Schloss Befort: Aus „Art in Beaufort“ wird das „Beaufort Festival“

Nach zehn Jahren Pause präsentiert sich „Art in Beaufort“ im einem neuen Kleid. Unter der Bezeichnung „Beaufort Festival“ versuchen die Organisatoren vom 3. bis 15. August wieder, alle Kunstsparten zu vereinen: Literatur, Musik, Tanz, Theater und Bildende Kunst verschmelzen zu einem multikulturellen Gesamtkunstwerk. Es soll Freude bereiten, Spaß machen, die Fantasie und alle Sinne anregen. Die Besucher sollen eingebunden werden in diesen bunten Flickenteppich und nicht nur durch eine Ausstellung schlendern, beschreibt Patricia Lippert, Kuratorin des „Beaufort Festival 2018“ das Festival. Der neugestaltete Event trägt den Untertitel „Gëff och Du en Deel vun der Unioun fir Onheemlechgäileschäiss“. Dies soll jene Aufforderung ausdrücken, sich selbst einzubringen und vor allem auch dort zu verweilen.

Das Angebot ist vielfältig und acht Workshops bieten an Ort und Stelle die Möglichkeit aktiv mitzuwirken. Die Gelegenheiten dazu bieten diverse Malworkshops, Yogakurse, Performanceworkshops, Restyling, Didjereedookurse, Fotografie mit Tierprojektionen und vieles mehr. Musikbegeisterte kommen auf ihre Kosten und haben die Wahl zwischen Metal, Rock, Jazz, Funk, Indie, Electro und den fast schon „klassischen“ Kompositionen von Chris Reitz und André Mergenthaler. Sylvia Camarda knüpft mit „God has many faces 2“ an eine frühere Produktion von „Art in Beaufort“ an, die damals in Zusammenarbeit mit Patricia Lippert und Pascale Behrens (Kamera) entstand. Die Schriftstellergilde ist mit 22 Vorlesern würdig vertreten.

Die „Europäische Vereinigung Bildender Künstler“ (EVBK) aus Prüm wirkt zum ersten Mal mit und ihre Werke sind im „Kummelsbau“ ausgestellt. Hier findet am Freitag, 3. August, um 17.00 auch der Auftakt zur „Wanderausstellung“, dem „Beaufort Festival“, statt.

www.beaufort.lu

Echternach: Erholung am See

Er hat eine Fläche von rund 27 Hektar und es gibt ihn seit 1973: Die Rede ist von Echternacher See, dem zweitgrößten stehenden Gewässer im Großherzogtum. „Und den wollen wir in touristischer und ökologischer Hinsicht optimal weiter nutzen“, erzählt der zuständige Schöffe der Abteistadt, Ben Scheuer. Ganz grob heißt das: Die linke Seite wird weiter touristisch, „Elake oder auch Beachvolleyball sind da nur zwei Highlights auf dem Plan“, die rechte mehr ökologisch genutzt. Stichwort unter anderem ist hier der neue „Vitalweg“. Hier können die Eltern über den befestigten Weg gehen, die Kinder aber können über Steine und Bäume klettern, die entlang des Weges als Erlebnispfad positioniert wurden. Natürlich darf da eine Rutsche nicht fehlen, wobei auch auf den Spielplätzen auf eine „Barrierefreiheit“ geachtet wurde.

Ebenso ist immer noch ein Schwimmteich in der Planung. „Doch es ist so, dass wir über drei Jahre Wasserproben ziehen müssen an der Stelle, die wir ausgeguckt haben“. Dabei ist bereits heute die Wasserqualität im See gut, „erst vor kurzem wurden Proben genommen, die dies bestätigten.“ Zwei Hektar groß soll der Schwimmbereich werden, 10.000 Kubikmeter Schlamm müssen ausgehoben werden, eine Klasse 1-Genehmigung ist erforderlich, „und das kann wieder etwas dauern“, sagt Scheuer. Kostenpunkt: rund 200.000 Euro. Geplant ist auch noch ein Fußballgolfplatz am linken Ufer des Sees, „so einen gibt es in Luxemburg noch nicht.“ Doch auch hier müssen noch verwaltungstechnische Hürden überwunden werden.

An diesem Wochenende wird übrigens das neue „LakeSide“-Restaurant, direkt am See gelegen, eröffnet. IZ

www.tinyurl.com/EchternacherSee

Müllerthal: Auf Entdeckungstour

Der Tourismusverband der Region Müllerthal - Kleine Luxemburger Schweiz bietet während der Saison 2018 wieder seine Touren für Einzelpersonen an.

Da die Wanderung „Kuelscheier Family Tour“ 2017 auf sehr großen Zuspruch gestoßen war, wird auch 2018 wieder eine Familienwanderung angeboten. Die „Zaubertour Noumerleeën“ birgt Überraschungen und Begegnungen mit Legendenfiguren unterwegs. Es findet auch wieder eine Tour für Kinder an Schloss Bourglinster statt.

Bei der Kultur wird weiterhin die „Echternach Abbey - Top Secret“-Tour angeboten, wobei die Besucher die Räumlichkeiten in der Abtei entdecken, die ansonsten für Publikum nicht zugänglich sind. Neu im Programm ist die geführte Besichtigung der Basilika mit Krypta und Grab des Hl Willibrord. Neben der Burg und dem Renaissance Schloss Beaufort werden 2018 auch geführte Besichtigungen in Burg Larochette angeboten.

Die beliebten Touren mit der Kutsche zu den Baumfäll- und Rückearbeiten mit Ardennerpferden werden viermal pro Woche angeboten in Rosport, Echternach, Beaufort und Larochette. Diese Touren in Zusammenarbeit mit der Natur- und Forstverwaltung sind wie immer gratis, da die Plätze aber begrenzt sind, wird um vorherige Anmeldung beim „Office Régional du Tourisme“ Müllerthal gebeten.

www.mullerthal.lu