LUXEMBURG
MARCO MENG

Die totgesagten Kryptowährungen sind zurück

Seit Wochen hatten Anleger kein Vertrauen mehr in Bitcoin & Co. Die Kurse sackten ab, vor allem weil international der Ruf nach einer Reglementierung der Digitalwährungen immer lauter wurde. Jetzt plötzlich die fulminante Kehrtwende: Nahezu alle Kryptowährungen, die auf digitalen Plattformen gehandelt werden, steigen plötzlich im Wert. Am Donnerstag durchbrach die bekannteste der Digitalwährungen, der Bitcoin, vorübergehend sogar wieder die 8.000-Dollar-Schwelle. Signifikante Kurssprünge erlebten auch die anderen der vielen Kryptowährungen, und da in der Volatilität auch immer Chancen stecken - so eine Börsenweisheit - greifen auch viele zu. Doch was sind die wirklichen Gründe dafür, dass Digitalwährungen erneut so sehr nachgefragt werden? Analysten sehen einen Wertzuwachs von mehr als vierzig Milliarden Dollar innerhalb eines Tages.

Zum einen ist die politische Lage international gerade wieder dermaßen angespannt, dass dies für manchen der Grund sein kann, herkömmlichen Währungen oder Sicherheiten nicht mehr zu vertrauen und lieber sich einen digitalen Währungsvorrat zu besorgen.

Ein weiteres Argument, beim Kryptogeld zuzuschnappen: Auch der amerikanische Starinvestor Georges Soros soll laut Bloomberg planen, mit seinem 26 Milliarden US-Dollar schweren Investmentvehikel in den Handel mit Digitalwährungen einzusteigen; andere positive Äußerungen zum Kryptowährungen von ehemaligen Goldman-Sachs-Größen taten ihr übriges, die Anlegerstimmung aufzuhellen.

Kryptowährungen in der islamischen Welt eifrig diskutiert

Die jüngste Äußerung eines islamischen Geistlichen allerdings dürfte das gewichtigste Argument für den neuen Boom bei Digitalwährungen darstellen: demnach seien Kryptowährungen mit dem Islam konform, sofern sie nicht von lokalen Regierungen verboten seien.

Ein Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera von letzter Woche zeigt, dass derzeit in der gesamten islamischen Welt die Diskussion um Kryptowährungen im Gange ist und sich vor allem damit beschäftigt, ob Kryptowährungen mit der Sharia, der islamischen Rechtssprechung, konform („halal“) sind oder nicht. Diese Woche hatte in Bahrein die „Accounting and Auditing Organisation for Islamic Financial Institutions“ (AAOIFI) Kryptowährungen diskutiert, einen Tag darauf teilte in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land, der Geistliche Mufti Muhammad Abu Bakar in einem Sharia-Gutachten mit, dass Digitalwährungen durchaus mit dem Islam kompatibel seien. Der Run auf das Computergeld begann.

Die Sharia-Studie finden Sie hier: www.tinyurl.com/Sharia-Krypto