LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

TNS Ilres präsentiert Resultate der im Auftrag der Stadt Luxemburg durchgeführten Umfrage

Vier Monate vor der Einführung des gratis öffentlichen Transports im Großherzogtum hat TNS Ilres eine Meinungsumfrage über den hauptstädtischen Autobusdienst („Autobus de la ville de Luxembourg“, AVL) im Auftrag der Stadt Luxemburg bei 1.353 Einwohnern über 16 Jahren durchgeführt. Die im Hinblick auf die Gewohnheiten der Busnutzer aufschlussreichen Resultate wurden gestern im „Tram- a Busmusée“ in Hollerich präsentiert.

Wen erstaunt es noch: Nach wie vor bleibt das Auto das Lieblingstransportmittel im Großherzogtum. Der öffentliche Personennahverkehr hingegen konnte Punkte wettmachen: Er wurde verstärkt im Freizeit-Bereich (58 Prozent), denn für den Weg zur Arbeit oder zur Schule (33 Prozent) genutzt. Ein knappes Drittel der befragten Personen nahmen der Umfrage zufolge den Bus, um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen. Nur 19 Prozent nahmen den Zug.

Das Auto bleibt des Luxemburgers liebstes Kind, denn 47 Prozent der Befragten gaben an, auf ihren Wagen zurückzugreifen, um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen. 71 Prozent nutzten das Auto für ihre Freizeitbeschäftigungen und andere Aktivitäten.

Interesse für ÖPNV bekundet

Allerdings bekunden die von TNS Ilres befragten Personen ein Interesse für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dies aus unterschiedlichen Gründen. So hoben 69 Prozent den praktischen Nutzen des ÖPNV hervor, entfällt doch für die Busbenutzer die in der Stadt oftmals lästige Parkplatzsuche. Nur 31 Prozent gaben den vorteilhaften Kostenpunkt an und weitere 31 Prozent hoben den Respekt der Umwelt hervor.

Der TNS Ilres-Umfrage zufolge sagten sich acht von zehn befragten Personen mit den Bussen der Hauptstadt zufrieden. Die vor einigen Jahren eingeführten sogenannten Anzeigetafeln der Fahrpläne in Echtzeit („Horaires en temps réel“) fanden 89 Prozent der Befragten gut, 89 Prozent waren mit den Qualität-Preis-Verhältnis zufrieden, 94 Prozent mit dem AVL-Busnetz und 88 Prozent mit dem Komfort in den Bussen. Die Pünktlichkeit der Busse und der Komfort der Bushaltestellen sorgten indes für mehr Diskussionsstoff: So waren 69 Prozent der Befragten mit der Pünktlichkeit der AVL-Busse zufrieden und 74 Prozent mit der Bequemlichkeit der Haltestellen.

Was bringt die Zukunft?

Weiter war zu erfahren, dass 2020 alle Busunterstände mit Anzeigetafeln ausgestattet sein sollen. Im kommenden Jahr sollen darüber hinaus vier Touchscreen-Terminals („Bornes tactiles“) unter anderem am Flughafen eingerichtet werden. Auch soll der kostenlose Wi-Fi-Anschluss bald in einigen AVL-Bussen Einzug halten. Bis 2030 sollen in der Hauptstadt nur noch Elektro-Busse verkehren.

Ab Dezember kommenden Jahres, wenn die Tram dann am Bahnhof angekommen sein wird, werden nicht weniger AVL-Busse verkehren, hieß es weiter. Die Busse sollen nur anders eingesetzt werden und mehr in den einzelnen Stadtvierteln verkehren.


autobus@vdl.lu