CLAUDE KARGER

Die Welt scheint aus den Fugen geraten. Seit einer Woche hagelt es vor dem Hintergrund explodierender Coronavirus-Infiziertenzahlen im Stundenrhythmus Absagen von längst geplanten Events, der Hagel hat sich seit der Pressekonferenz der Regierung am Donnerstagabend auf Minutentakt gesteigert. Der Erreger ist mittlerweile voll in unser aller Alltag eingeschlagen.

Zuschauen, dem Informationstsunami Herr zu werden. Dauernd umplanen und zugleich die „Business continuity“ sichern. Maßnahmen treffen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Pläne umsetzen, für den Fall, dass die Corona-Bombe tatsächlich in der Redaktion einschlägt. Oder aber bei einem Partnerunternehmen. Oder beim Zeitungsverteilungsbetrieb. Zu vielen Fragen bleiben leider noch unbeantwortet angesichts einer nie da gewesenen Situation. Hektische Szenen aus einem kleinen Medienhaus aus den letzten Tagen. Der Stress um das Menschliche und das Unternehmerische wird sich so ähnlich wohl in den meisten Firmen und Verwaltungen zutragen angesichts dieser nicht zu fassenden Bedrohung namens Covid-19, die sich in unserer globalisierten Welt rasend schnell verbreitet hat.

Eine tückische Bedrohung, die wir weitergeben, ohne überhaupt zu bemerken dass sie an uns klebt. Und die nur in den Griff zu bekommen ist, wenn wir alle an einem Strang ziehen, und schon mal die Empfehlungen respektieren, die Gesundheitsbehörden ausgesprochen haben. „Common sense“-Maßnahmen wie Hände waschen und dem Nachbarn nicht ins Gesicht husten, helfen schon viel. Auch zuhause bleiben ist ein Beitrag dazu, die Verbreitung des Erregers zu begrenzen. Zu letzterem Zweck hat die Regierung, wie alle anderen auch, zumindest in den vom Virus betroffenen Gegenden, die immer zahlreicher werden, eine Reihe von ziemlich einschneidenden, aber in dieser sanitären Krise äußerst notwendigen Entscheidungen gefällt. Natürlich schmeckt es uns nicht, wenn an unseren Gewohnheiten gerüttelt wird.

Wir verspüren das als Angriff auf unsere Freiheiten. Und wissen doch, dass es notwendig ist, sich an die neuen Spielregeln zu halten, die es gibt, um uns selbst und besonders unsere gesundheitlich angeschlagenen Mitmenschen zu schützen indem wir vor allem auch unser Gesundheitssystem nicht überfordern. Spielregeln, die hoffentlich schnell wieder abgeschafft werden können.

Heute kann zwar niemand genau sagen, wann das passiert, aber auch diese sanitäre Krise wird gemeistert. Das Virus wird noch mehr Opfer fordern, klar, aber die allermeisten Menschen, die es befällt, werden genesen. Auf Hochtouren wird an Impfstoffen gearbeitet. An dieser Stelle wäre allen Forschern und Gesundheitsprofis ein enormes „Merci“ für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser Krise zu sagen und zu hoffen, dass die meisten Zeitgenossen ihnen mit dem gebührenden Respekt begegnen statt mit schnippischem Gemecker, wie es derzeit bereits die „sozialen“ Medien flutet. Ja, in dieser Ausnahmesituation wird neben Eigenverantwortung manchmal auch Geduld gefordert sein. Und Durchhaltevermögen. Vor allem auch für die Betriebe, von denen viele bereits in eine Krise in der Krise hinein schlittern. Die Regierungen und die internationalen Geldgeber haben volle Unterstützung zugesagt. Die Wirtschaft wird sie nach dem Corona-Crash flächendeckend und intensiv brauchen.