LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Zurück zur Schule? Schülervereinigungen und Lehrergewerkschaften verlangen Antworten

Mit Blick auf die geplante Wiederaufnahme des Unterrichts im Klassenzimmer verlangen die Lehrergewerkschaften Féduse (CGFP), SEW (OGBL), die „Association générale des professeurs“ (agess), die „Association des professeurs de l’enseignement“ (apess), die Lehrbeauftragten-Vereinigung ACEN sowie die nationale Schülerkonferenz CNEL und die „Union Nationale des Étudiant-e-s du Luxembourg“ (UNEL) Antworten auf sich aufdrängende Fragen. In einer gemeinsamen Mitteilung fordern sie außerdem Bildungsminister Claude Meisch dazu auf, die Schüler aller Abschlussklassen nicht dazu zu verpflichten, am Unterricht vom 4. bis 8. Mai physisch teilzunehmen, sondern ihnen die Wahl zu lassen. Sie verlangen zudem, dass sich das Ministerium des liberalen Ministers stärker mit den Schulpartnern konzertiert. „Der Dialog fehlt“, sagte etwa Vicky Reichling von der UNEL gestern gegenüber dem „Journal“.

Fragen stellen sich die Unterzeichner der gemeinsamen Pressemitteilung etwa zum geplanten „Streaming“ des Unterrichts für gefährdete Schüler, die zuhause bleiben. Ob beispielsweise alle Klassenzimmer dafür ausgestattet sind. Oder wie Schüler und Lehrer kurzfristig nachweisen sollen, dass sie mit einer gefährdeten Person zusammenleben. Wie Prüfungen für gefährdete Schüler organisiert werden. Oder ob in Erwägung gezogen wird, für den Großteil der Sekundarschüler den Fernunterricht bis zum Sommer beizubehalten, und den Präsenzunterricht jenen anzubieten, die zusätzliche Unterstützung brauchen. Oder ob andernfalls die sanitären Maßnahmen ausreichend seien, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.

Wie steht es um die Kompetenzzentren?

Einen Dialogmangel seitens des Ministeriums stellt auch das „Syndicat du personnel de l‘Éducation nationale oeuvrant spécifiquement dans l’intérêt des élèves à besoins éducatifs spécifiques“ (SPEBS-CGFP) fest. „Obwohl wir unsere Expertise angeboten haben, ist das Ministerium nicht auf uns zugekommen“, schreibt die Gewerkschaft. Die von Unklarheiten und Widersprüchen begleiteten Pläne verursachten Verwirrung und Sorgen.

Die Gewerkschaft sei „nicht prinzipiell dagegen, den Unterricht von Schülern und Schülerinnen mit spezifischen Bedürfnissen wieder anlaufen zu lassen und ist auch nicht dagegen, die Kompetenzzentren wieder schrittweise zu öffnen“. Dennoch müssten einige Fragen dringend beantwortet werden. Nicht weniger als zwölf Punkte wirft sie im Folgenden auf. So hält sie etwa fest, dass die Einhaltung eines Abstands von zwei Metern, bei Schülern mit spezifischen Bedürfnissen „so nicht umsetzbar ist“. Nicht nachvollziehbar ist für das SPEBS, dass die meisten Diagnostikzentren der Kompetenzzentren bereits oder demnächst wieder geöffnet sind. „Bei der Diagnostik ist der Wechsel der Beteiligten und von Kindern besonders groß“, hält sie in einem anderen Punkt fest und wirft die Frage auf, ob das im Sinne der Exit-Strategie sei. Die Gewerkschaft fordert auch in den Kompetenzzentren eine Halbierung der Schülerzahl durch eine Einteilung in zwei Gruppen, regelmäßige Covid-19-Tests in den Kompetenzzentren, Begleitpersonal in den Schulbussen oder auch, dass der Zyklus 1 in den Kompetenzzentren geschlossen bleibt, weil die sanitären Maßnahmen dort nicht umsetzbar seien.