LUXEMBURG
SVEN WOHL

Kiara Roth entschied sich beim Publizieren ihre Erstlingswerks gegen den Eigenverlag

Junge Schriftsteller haben es heute leicht. Dank Self-Publishing gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Traum des eigenen Buches leicht zu verwirklichen. Doch Kiara Roth hat bei ihrem Debütwerk einen anderen Weg gewählt. Denn auch wenn Self-Publishing immer als Alternative gepriesen wird, so kostet die Publikation einiges an Zeit und Geld. Beides Dinge, die sie als Studentin eben nicht hatte.

Früh übt sich

Der Gang zum Lilu Verlag, bei dem ihr erstes Werk Anfang 2015 erscheinen soll, ist dabei ein letzter Schritt einer langen Kette von Etappen. Denn Roth schreibt, seit sie es kann: „Fremde Welten und Geschichten haben mich schon immer fasziniert. Seit ich in der Schule lesen und schreiben gelernt habe, habe ich Bücher verschlungen und schon im Alter von sechs oder sieben Jahren begonnen, selbst kleine Geschichte zu fabrizieren, wenn man das so nennen konnte“, erzählt sie. Mit acht schrieb sie einen ersten Roman, den sie mit zwölf beendete. „Nach und nach habe ich mich intensiver mit dem Schreiben beschäftigt, an Kurzgeschichten-Ausschreibungen teilgenommen und bin trotz einiger Phasen in denen ich weniger Zeit zum schreiben hatte, meinem Hobby treu geblieben“, erklärt sie weiter.

Beim Hobby sollte es die längste Zeit auch bleiben: „Obwohl es mich freut, wenn andere meine Geschichten lesen oder Gefallen daran finden, schreibe ich in erster Linie für mich selbst. Ein Buch zu veröffentlichen war zwar schon immer ein Wunsch von mir, aber keiner, dem ich eine hohe Priorität zugeschrieben habe“, sagt dazu Kiara Roth. Dabei spielte die Angst, dass aus dem geliebten Hobby plötzlich eine Pflicht werden könnte, eine große Rolle. Mittlerweile hat sie diese Furcht offensichtlich überwunden.

Zumindest hatte Kiara Roth genug Zeit, sich in ihrem Genre zu orientieren. „Beim Lesen sowie beim Schreiben ist Fantasy mein Lieblingsgenre. Meistens kann man meine Geschichten dem Genre der Phantastik oder Urban Fantasy zuordnen. Neuerdings versuche ich mich auch an dystopischen Settings, aber mindestens ein fantastisches Element kommt in meinen Romanen fast immer vor“, meint die Schriftstellerin. Kein Wunder also, dass es auch in ihrem Debütroman reichlich fantastische Elemente zu finden sind: Eine Gruppe von Jugendlichen wird auf einer Nordseeinsel von Albträumen heimgesucht, die immer realer werden. Eines Nachts träumen einige der Jugendliche, dass ihr Betreuer ums Leben kommt und der ist am nächsten Tag tatsächlich tot. Damit ist die Gruppe von der Außenwelt abgeschnitten, während Traum und Realität sich immer stärker vermischen.

Gut eingeübt

Diese Mischung aus Jugendroman und Mystery-Thriller ist das Resultat einer NaNoWriMo-Teilnahme (National November Writing Month). Dabei handelt es sich um ein alljährliches Event, bei dem sich Teilnehmer vornehmen, einen Roman von 50.000 Wörtern im November zu schreiben. Dabei ist es eher die Ausnahme für Kiara Roth, dass sie eine Rohfassung so schnell auf die Beine stellt: Üblicherweise braucht sie dafür Jahre. Dabei handelt es sich nicht um das einzige Mal, dass sie daran teilnahm: „Seit 2008 habe ich fünf Mal an Nanowrimo teilgenommen. Erst habe ich die Teilnahme als Herausforderung angesehen, weil es mich gereizt hat, so viele Wörter in nur einem Monat zu schreiben und auszutesten, was möglich ist. Zusätzlich zu dieser wertvollen Erfahrung gewinnt man die Disziplin, täglich zu schreiben und man lernt, einfach anzufangen. Meistens kommt die Lust dann von alleine“, führt sie weiter aus. Dabei hat sie auch gelernt, mit Schreibblockaden umzugehen und es kamen dabei auch kreative Ergüsse zustande, die sie nicht erwartet hätte. Ob sie dank dieser Erkenntnisse einen literarischen Erfolg verbuchen kann, werden die Leser Anfang 2015 herausfinden können.