OFFENBACH/DORTMUND
ANDREA ABRELL (DPA)

Starke Kontraste für den Sommer: Der Modetrend Schwarz-Weiß

Schwarz-Weiß - diese Kombination gehört zu den Klassikern der Modewelt. Richtig berühmt gemacht hat sie keine Geringere als die Grande Dame der Haute Couture: Coco Chanel. Ihre weißen Jäckchen mit schwarzen Borten waren stilprägend - und sind es bis heute.

Auch Yves Saint Laurent war für seine Kreationen in den Nicht-Farben bekannt. Er kombinierte beispielsweise ein weißes Kleid mit schwarzen Streifen in Bondage-Optik. Auch sein legendärer schwarzer Smoking für die Frau wurde erst durch eine weiße Bluse komplett. Auch im Sommer 2019 setzen viele Designer - darunter Steffen Schraut, Ralph Lauren und Elisabetta Franchi - auf gleichermaßen Schwarz und Weiß.

„Die Kombination dieser beiden Töne wirkt ebenso edel wie auffallend“, beschreibt Stilberaterin Silke Gerloff aus Offenbach. „Und in dieser Saison schafft sie ein modisches Gegengewicht zu den vielen bunten Farben, die im Trend liegen.“ Die Farbberaterin Ines Grum aus Dortmund ergänzt: „Darüber hinaus signalisiert diese Farbkombination Eleganz und Coolness wie kaum eine andere.“

Wie trage ich diesen Trend?

„Angesagt sind beispielsweise weit geschnittene Hosen in Knöchellänge, die zu einem weißen Top oder einer weißen Bluse getragen werden“, erklärt Gerloff. „Wichtig dabei ist, dass die Hose aus einem weich fließenden Material ist. Das gibt dieser Kombination ein sommerliches Flair.“

Die Stil- und Farbberaterin Grum rät auch zu einem schwarzen Unter- und einen weißen Oberteil. „Allerdings muss man dabei ein wenig aufpassen, damit das Outfit nicht aussieht wie eine Kellneruniform.“ Sie nennt zwei Lösungen: „Erstens, das Material. Eine Bluse aus Seide beispielsweise ist da eine gute Idee. Zweitens, ein ungewöhnlicher Schnitt oder ein Detail.“

In welchem Stil sollte man Schwarz-Weiß tragen?

Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten. Gerloff merkt an: „Generell ist dieser Trend per se sehr auffallend. Deshalb sieht er auch besonders gut aus, wenn man dazu klare Linien und Schnitte wählt.“

Dazu passen zum Beispiel klare Muster - wie man sie aktuell auch viel im Handel in diesem Trend sieht. „Streifen sind natürlich immer ein Thema, ganz gleich, ob sie längst, quer oder diagonal verlaufen“, sagt die Shopping-Beraterin Ritchie Karkowski. „Aber auch Rauten oder Karos in verschiedenen Größen kommen beim Schwarz-weiß-Trend gut zur Geltung.“

„Ebenfalls ein Thema sind Ethno-Muster in Schwarz und Weiß“, ergänzt Gerloff. „Die sieht man häufig auf Kleidern in Maxilänge und fließenden Stoffen.“ Und es gebe zahlreiche Kleider mit zarten Streublümchen oder anderen Minimalprints in Schwarz und Weiß.

Sind andere Farben tabu?

Nein. Aber man braucht Fingerspitzengefühl für drei oder mehr verschiedene (Nicht-)Farben in einem Outfit. „Am besten lässt sich das durch Accessoires wie einen Schal, Schuhe oder eine Handtasche bewerkstelligen“, findet Karkowski. „So haben Pastelltöne zu Schwarz-Weiß eine zarte und feminine Wirkung, Neontöne dagegen wirken jung und frisch. Ein echter Klassiker ist Knallrot zu Schwarz-Weiß. Das verleiht dem Outfit noch mal Aufmerksamkeit.“

Wie sieht es bei den Accessoires und Beistücken aus?

Die Kombination fällt auf. Daher: „Bei Schwarz-Weiß gilt das Motto: Weniger ist mehr“, empfiehlt die Farb- und Stilberaterin Grum. „Deshalb sollte man auf auffallenden Schmuck ebenso verzichten wie auf ein aufwendiges Make-up. Ausnahme: knallroter Lippenstift sieht zu Schwarz-Weiß toll aus.“