LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Ein Dokumentarfilm über Diego Maradona vom britischen Regisseur Asif Kapadia

Der britische Regisseur Asif Kapadia hat sich auf Dokumentarfilme spezialisiert. Seine Dokumentationen „Senna“ (2010), über den Rennfahrer Ayrton Senna, und „Amy“, über die Sängerin Amy Winehouse, waren in vielen Ländern in den Kinos zu sehen. Für seinen neuen Film „Diego Maradona“ hat er sich einen der besten Fußballspieler aller Zeiten herausgesucht, ja, man kann sagen den einzigen Fußball-Gott in der Geschichte des runden Leders.

Von Argentinien nach Neapel

Diego Armando Maradona kam 1960 in Lanús in Argentinien auf die Welt. Seine Familie lebte in Fiorito, einem Elendsviertel von Buenos Aires. Er entwickelte ein Talent als Fußballspieler, das er zuerst in einer Straßenmannschaft zeigen konnte, um dann in die Kindermannschaft des Fußballklubs Argentinos Juniors aufgenommen zu werden. Den italienischen Erstligaverein SSC Neapel führte er zur ersten Meisterschaft in der Klubgeschichte und gewann mit Argentinien die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko gegen Deutschland.

Der Film beginnt mit einem Zusammenschnitt der Stationen in der Karriere des nur 165 Zentimeter großen Fußballers. Der Hauptteil des Films zeigt sein Leben in Neapel, wobei es aber Rückblenden auf seine Jugend, seine Familie und die Weltmeisterschaften gibt. In der italienischen Großstadt wurde Maradona zum Idol aller Menschen. Zwei Monate feierten sie die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.

Maradona hatte auch Beziehungen zu dem Camorra-Boss Giuliano. Auch wenn er seine Freundin Claudia Villafañe heiratete, hatte er etliche Affären mit anderen Frauen, unter anderem mit Cristiana Sinagra, die anscheinend einen Sohn von ihm gebar. Schließlich griff er zu Drogen, die fatal für ihn wurden und seine erfolgreiche Karriere beendeten. Der Film geht auch nicht weiter auf die Zeit nach Neapel ein, sondern zeigt am Ende einen beleibten Maradona, der ein Fernsehinterview in Argentinien gibt und mit Freunden Fußball spielt.

Keine Voice-Over-Kommentatoren

Der Film kommt ganz ohne einen Voice-Over-Kommentatoren aus. Es sind lediglich einige Mitspieler, Trainer, Klubpräsident Corrado Ferlaino oder Sportjournalisten im Hintergrund zu hören. Das Bildmaterial besteht zum großen Teil aus Fernsehinterviews, Mitschnitten der Spiele oder einigen private Filme und Fotos. Es fehlen zudem viele Informationen über sein Leben.

Als Nicht-Fußballfan wird man Schwierigkeiten haben, sowohl die Spieler zu erkennen oder die Vereine, gegen die der SSC Neapel spielte. Vereinzelt werden schon Resultate und Namen eingeblendet, aber zu oft herrscht beim Nicht-Fachmann Ratlosigkeit. Auch ist die Bildqualität nicht die allerbeste. In der Zeit, in der Maradona mit seiner „Hand Gottes“ Geschichte schrieb, besaßen die Bilder nicht so viele Pixel wie heute und sind daher sehr oft grobkörnig und sogar unscharf, auch wenn das Bildmaterial nachbearbeitet wurde. „Diego Maradona“ ist somit eher eine Dokumentation für Fans des Fußballstars aus Argentinien.