MONACO/LUXEMBURGPATRICK WELTER

Das Fürstentum Monaco wächst, vor allem in die Höhe - Nicht schön, aber schön teuer

Eine Dienstreise hat uns außerhalb der Sommersaison nach Monaco geführt. Ohne Touristen und Sonnenschein kann man einen halbwegs unverschleierten Blick auf den kleinen Stadtstaat werfen.

Zweitkleinster Staat Europas

Rund 37.000 Einwohner leben auf einem Staatsgebiet von etwas mehr als zwei Quadratkilometern, die gesamte Küstenlinie ist etwa vier Kilometer lang. Das Fürstentum am Mittelmeer ist immerhin größer als der Vatikanstaat, und damit Europas zweitkleinster Staat. Nähme man die Fläche der zigtausend Appartements hinzu, die sich in bis zu 50 Stockwerken übereinander stapeln, sähe es etwas anders aus. Mit 18.000 Einwohnern pro Quadratkilometer hat Monaco die höchste Bevölkerungsdichte der Welt. Von Steuerparadies zu Steuerparadies betrachtet, muss man feststellen, dass das luxemburgische Modell mit den Briefkästen für Konzerne deutlich weniger Spuren hinterlässt als die monegassische Variante. Steuerfreiheit für physische Personen hat den Nachteil, dass alle Neu-Monegassen Wohnraum brauchen. In der Folge liegt der Ausländeranteil im Fürstentum bei rund 80 Prozent. Der neueste Tower ist mit 49 Stockwerken 175 Meter hoch und unbezahlbar.

Schön ist Monaco in Luxushotels von Monte-Carlo, dem Staatsteil, der sich östlich des Hafens rund um das Casino am Meer entlang zieht. Außerhalb der Hotels ist es mit der Schönheit schnell vorbei, wenn man nicht gerade am Pool des Monte-Carlo Beach Club liegt. Häuser und sogar Straßen türmen sich übereinander - mehrfach. Als Autofahrer fragt man sich ständig, ob es gerade durch einen Tunnel oder das Tiefgeschoss eines Wohnturms geht. Die Zahl der Bentley und der Smart hält sich übrigens die Waage. Als Fußgänger entdeckt man die Treppen, die sich durch das verschachtelte Häuserlabyrinth ziehen, als schnellsten Weg von A nach B. Zwischendrin gibt es winzige Grünanlagen, sich bei genauerem Hinsehen als öffentlich genutzte Hausdächer entpuppen.

Allein Alt-Monaco, das zusammen mit dem fürstlichen Schloss, der kleinen Kathedrale und dem hervorragenden ozeanografischen Museum auf einem Felsenrücken über dem Hafen liegt, ist frei von Bausünden.

Der kleine Polizeistaat

Das Fürstentum hält auch einen Rekord, der manchen überraschen mag: Monaco hat die höchste Polizeidichte der Welt und einen lückenlos per Video überwachten öffentlichen Raum. Zum Glück sind die Grimaldis als Herrscher nett und freundlich, sonst könnte man glatt von einem Polizeistaat sprechen.