LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„The Secret: Dare to Dream“ basiert auf einem Roman von Rhonda Byrne

Die Australierin Rhonda Byrne schrieb das Original-Konzept zu der TV-Dokumentation „The Secret“ von Drew Heriot. Sie produzierte ebenfalls diesen Dokumentarfilm, der viel Anklang fand, nachdem die DVD von Oprah Winfrey präsentiert wurde. Der Grundgedanke des Films war, dass man durch positives Denken das alltägliche Umfeld verändern kann, nach dem Prinzip: Wer Gutes denkt, dem widerfährt auch Gutes. Byrne schrieb ihre Ideen in einem erfolgreichen Buch nieder, das mittlerweile zwei Fortsetzungen hat, und das in 50 Sprachen übersetzt wurde. Es stellte sich allerdings das Problem, wie man dieses Sachbuch zu einem Spielfilm ummodeln könnte. Regisseur Andy Tennant, der mit Kinofilmen wie „Ever After“, „Anna and the King“ und „Sweet Home Alabama“ die Kassen klingeln ließ, schrieb zusammen mit Rick Parks, Bekah Brunstetter und Byrne ein Drehbuch, in dem die Prinzipien des Buchs verarbeitet wurden. Nun startet „The Secret: Dare to Dream“ in unseren Kinos.

In einer amerikanischen Kleinstadt am Meer arbeitet Miranda (Katie Holmes) im Betrieb von Tucker (Jerry O‘Connell). Ihr Mann Matt (Cory Scott Allen) starb vor fünf Jahren, und sie muss ihre drei Kinder Missy (Sarah Hoffmeister), Bess (Chloe Lee) und Greg (Aidan Pierce Brennan) allein erziehen. Sie hat kaum Geld, schafft es aber immer wieder, ihr Leben zu meistern, auch wenn ihre Schwiegermutter Bobby (Celia Weston) sie stets kritisiert. Eines Tages taucht Bray (Josh Lucas) in ihrem Anwesen auf, um ihr einen Briefumschlag zu übergeben. Außer Greg ist aber niemand zuhause.

Bray steckt den Brief wieder ein und macht ein paar Momente später eine überraschende Begegnung. Miranda kracht nämlich in seinen Pick-up. Er bietet ihr an, den abgebrochenen Schutzblech wieder zu befestigen. Nach getaner Arbeit bringt er es aber nicht übers Herz, ihr den Brief auszuhändigen und steckt ihn mit einer Textnachricht in ihren Briefkasten. Über Nacht tobt ein Sturm, und ein vom Wind abgebrochener Baum schlägt ein Loch ins Dach vom Haus. Am Morgen taucht Bray erneut auf und bietet ihr an, den Schaden zu reparieren. Außerdem ist der Briefkasten vom Sturm weggeweht worden.

Ein Prinzip des Buches ist, dass Begegnungen im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Bray ist ein stets positiv denkender Mensch, der auch in negativen Ereignissen immer etwas Brauchbares findet. Man muss nur fest an etwas glauben, damit es wahr wird. Nach und nach steckt er mit seinem Denken die Kinder an, zum Beispiel mit dem Denken an eine Pizza, die dann geliefert wird. Bei Miranda braucht Bray etwas länger, ehe er sie überzeugen kann.

Kleine Gesten

Das Interessante am Film sind die kleinen Gesten, die kurzen Blicke, die viel aussagen über die Psyche der beiden Hauptprotagonisten und ihre langsam wachsende Zuneigung zueinander. Auch der Zuschauer erlebt diese außergewöhnliche Liebe auf unkonventionelle Art und Weise, ohne große Worte. In Rückblenden wird erzählt, dass Bray Matt kannte, aber das Geheimnis aus dem Filmtitel verraten wir hier nicht.

Andy Tennants Film ist sicher kein Meisterwerk, aber durch die leise Art, wie sich hier eine Liebe aufbaut, unterstützt durch die diskrete Kamera von Andrew Dunn und die passende Musik von George Fenton, wurde aus „The Secret: Dare to Dream“ ein durchaus sehenswerter Film.