LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das finale Kapitel „It Chapter Two“ ist weniger spannend und originell als Teil eins

Der amerikanische Schriftsteller Stephen King schrieb den Horrorroman „It“ 1986. Vier Jahre später wurde die Geschichte als Fernseh-Miniserie von Tommy Lee Wallace verfilmt. In Indien kam 1998 eine weitere TV-Serie heraus. Regisseur Andy Muschietti realisierte 2017 den ersten Kinofilm, dem jetzt ein zweiter Teil, „It Chapter Two“, folgt, für den er ebenfalls auf dem Regiestuhl saß.

27 Jahre später

Der erste Teil spielt 1989. Die sieben Jugendlichen Bill (Jaeden Martell), Richie (Finn Wolfhard), Mike (Chosen Jacobs), Ben (Jeremy Ray Taylor), Eddie (Jack Dylan Grazer), Stanley (Wyatt Oleff) und Beverly (Sophia Lillis) nehmen den Kampf gegen den mörderischen Clown Pennywise (Bill Skarsgård) auf, den dieser verliert. Der zweite Teil beginnt damit, dass die sieben Freunde - es sind dieselben Schauspieler -, die sich als „Loser Club“ bezeichnen, schwören, sollte Pennywise nicht tot sein und jemals wieder auftauchen, sie ihn definitiv umbringen werden.

27 Jahre später: In der Kleinstadt Derry ereignen sich wieder mysteriöse Mordfälle, und Menschen verschwinden spurlos. Mike (Isaiah Mustafa) ist der einzige der sieben Loser, der in Derry geblieben ist. Er kontaktiert seine ehemaligen Freunde, damit sie das Monster Pennywise endgültig zur Strecke bringen können. So kommen Bill (James McAvoy), Eddie (James Ransone), Richie (Bill Hader), Beverly (Jessica Chastain) und Ben (Jay Ryan) in die Stadt ihrer Jugend zurück, um ihren Schwur zu erfüllen. Nur Stanley (Andy Bean) taucht nicht auf. Nach dem Anruf von Mike hat er Selbstmord begangen.

Mike hat all die Jahre recherchiert und weiß, wie man den blutrünstigen Clown mit einem alten Ritual unschädlich machen kann. Dazu müssen aber alle sechs zusammenhalten und einen Gegenstand aus ihrer Jugend opfern. Es vermischen sich alsdann Erinnerungen aus dem Jahr 1989 und Visionen aus der filmischen Gegenwart, also 2016.

Überlang

War der erste Teil noch ein richtig guter Horrorfilm mit vielen Überraschungsmomenten, so ist die Fortsetzung mit 169 Minuten definitiv zu lang ausgefallen. Viele Erinnerungen und auch gegenwärtige Szenen dauern einen Tick zu lange, was auf Kosten der Spannung und des Rhythmus geht. Der Regisseur wollte alles zu genau beschreiben, als dass er sich auf das Wesentliche konzentriert hätte. Verschiedene Situationen hätten er kürzen oder ganz weglassen sollen. Dem finalen Showdown fehlt es ebenfalls an Originalität, und alle Aktionen scheinen gekünstelt. Somit bleibt kein Zuschauer im Kinosessel kleben, wie das beim ersten Teil der Fall war. Wiederum sind es die jugendlichen Schauspieler, die voll und ganz überzeugen können, selbst in den blutigsten Szenen. Natürlich spielt die ältere Schauspielergarde ganz ordentlich, aber sie haben ja etwas mehr Erfahrung, als ihre jungen Konterfeis. „It Chapter Two“ ist leider im Vergleich mit dem ersten „It“ nicht so gut ausgefallen. Dennoch ist der Film um Etliches besser als andere Horrorfilme, die man in den letzten Jahren sah.