Unter Verweis auf die historische Bezeichnung der Franzosenzeit „Département des Forêts“ für Luxemburg, haben Mouvement écologique und der Holzzertifizierer FSC (Forest Stewardship Council) ein gemeinsames Positionspapier zur Holzbewirtschaftung im Großherzogtum herausgegeben. Zunächst wird der durchaus vorhandene Willen von Regierung, Gemeinden und Forstverwaltung zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder gelobt. Dann folgt ein gewaltiges „aber“, denn es „...leeft am Ablack muenches kromm am Bësch“.
Zwar sei die Philosophie des „Dauerwaldes“, also der Einzelbaum-Entnahme ohne Kahlschlag, mittlerweile eine anerkannte Denkschule. Sie steht im Gegensatz zum „Holzacker“der letzten hundert Jahre, wo beispielsweise gleichaltrige Fichtenbestände auf einen Schlag abgeholzt werden.
Erhaltung der Mehrfachfunktion des Waldes
Für die beiden Verbände steht die Erhaltung der Mehrfachfunktion des Waldes im Vordergrund, der einen breiten Lebensraum für viele Arten bietet, die Lebensqualität der Menschen steigert, Arbeitsplätze schafft , Rohstoffe und ökonomische Gewinne liefert.
Allerdings hapere es in Luxemburg schon an der Abstimmung zwischen Forstwirtschaft und verarbeitender Industrie, weil die Art der Holznutzung auch schon die Art der Waldwirtschaft vorgibt. Die Verarbeitung im Land sei stark zurückgegangen. Von 30 Sägemühlen in den 1960er Jahren seien nur vier übrig geblieben, keine sei auf die Verarbeitung von Laubholz spezialisiert.
Es folgt eine lange Liste von Kritikpunkten, vom Druck auf den Wald als Energielieferant, den Einsatz zu großer Holzerntemaschinen, Gefährdung des Altbestandes, keine Rücksichtnahme auf das Wetter beim Einschlag - was zu Bodenverdichtung führt - bis hin zur „Verschleuderung hochwertiger lokaler Produkte auf dem globalen Markt“.
Tiefgreifende Veränderung
In der gemeinsamen Stellungnahme von Méco und FSC heißt es wörtlich: „Denn Fakt ist: Derzeit veredeln wir den so wertvollen Rohstoff Holz nicht mehr in unseren Regionen. Die Energiegewinnung, die Verwendung von „Alternativen“ (PVC, Alu), der ökonomische Druck auf die Waldbewirtschaftung haben zu einer tiefgreifenden Veränderung in der Nutzung unserer einheimischen Hölzer geführt. (…) Wurden früher Möbel u.a. hergestellt und Arbeitsplätze in unseren Regionen geschaffen, so wird das Holz heute für die Energieproduktion genutzt oder aber bis nach Asien exportiert. Dies damit die Containerschiffe, die vollbeladen mit Waren nach Europa kommen, auch „genuch Gewiicht“ für die Heimreise haben. Eine eigentlich unhaltbare Situation (…). Wer den Wertstoff Holz nur „minderwertigen“ Zwecken zuführen will, legt weniger Wert auf eine qualitative Bewirtschaftung, auf eine Dauerwaldbewirtschaftung. (…) Dies geht auf Kosten des Waldes, der Arbeitsplätze in der Region, einer regionalen Wertschöpfung.“
Die gesamte Stellungnahme ist hier zu finden:
www.meco.lu



