VICHTEN
PIERRE MATGEN

Weiterhin Unstimmigkeiten im Gemeinderat Vichten

In der Gemeinderatssitzung vom 4. Januar 2013 hatten fünf der neun gewählten Räte in Vichten einen Misstrauensantrag gegen den damaligen Schöffenrat sowie Bürgermeister Nico Maréchal gestellt. Zu diesem Eklat war es gekommen nachdem der berichtigte Haushalt abgelehnt worden war. Am 18. Februar 2013 wurde durch großherzoglichen Erlass Camille Scheuren als neuer Bürgermeister bestimmt. Neue Schöffen wurden Rita Reuter-Junk und Jos Blum. Beim Aufarbeiten der Unterlagen seines Vorgängers stieß Camille Scheuren auf einige Ungereimtheiten, darunter die Baugenehmigung für drei Häusern in einer Grünzone, die den Schöffenrat veranlassten, die übergeordneten Instanzen zu informieren und eine Klage bei der Staatsanwaltschaft einzureichen.

Der ehemalige Bürgermeister Nico Maréchal ist Inhaber einer Baufirma und ist im Immobiliengeschäft tätig. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit. In der Gemeinderatssitzung von Freitag war die Anspannung aufgrund dieses Vorgangs zu spüren.

Genehmigung des Teilbebauungsplans „Viichtbach“

Hauptpunkt der Sitzung, in der Rat Marco Kugener fehlte, war die Abstimmung über den Teilbebauungsplan „Viichtbach“, wo die Grundstücke im Besitz der Familie des jetzigen Bürgermeisters sind. Camille Scheuren verließ aus diesem Grunde die Sitzung. Der Vertreter des Planungsbüros stellte das Projekt, das neun Einfamilienhäuser, einen Wohnblock und eine bestehenden Wohneinheit umfasst vor. Zum Bauvorhaben gehören ein Spielplatz, ein Wasserrückhaltebecken und eine Fußgängerbrücke über den angrenzenden Bach, alles zu Lasten des Grundstückbesitzers. Nach langen Diskussionen wurde der Teilbebauungsplan mit vier Ja Stimmen bei drei Enthaltungen genehmigt. Die drei Räte, die sich der Stimme enthielten, begrüßten das Projekt zwar, waren aber nicht mit der Vorgehensweise des Schöffenrates einverstanden.

Vergiftete Atmosphäre

Ein weiterer Punkt, wo Uneinigkeit herrschte, war die Wahl eines neuen Mitglieds in der Baukommission. Hier erhielt der einzige Kandidat Paul Maréchal, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters, nicht die geforderte Mehrheit. Dies sei ein weiteres Beispiel für die vergiftete Atmosphäre im Gemeinderat meinte hierzu einer der Räte.