LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Vereinigte Arabische Emirate promoten Investitionen ins Weltall mit breitem Ansatz und erheblichen Mitteln

LUXEMBURG Die Vereinigten Arabischen Emirate haben schon früh über das Weltall und seine Möglichkeiten nachgedacht und Nachbarländern bereits 2008 die Gründung einer panarabischen Institution nach dem Vorbild der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) vorgeschlagen. Doch das Ganze kam nicht so recht in Gang und so gründeten sie 2014 die „UAE Space Agency“ mit Sitz in Abu Dhabi, die bereits im Folgejahr Partnerabkommen mit entsprechenden Institutionen in Frankreich und Großbritannien abschloss.

Strategische Positionierung

„Wir existieren aus strategischen Gründen und wir wollen klar mehr Unternehmer anziehen“, erklärte Naser Alrashedi, Direktor für „Space Policy and Regulations“ bei der UAE Space Agency gestern den Gästen des „New Space“-Forums in einem dynamischen Vortrag. Die Agentur sei ein Anlaufpunkt und die Strategie, Ziele in so unterschiedlichen Bereichen wie Wissenschaft, Wirtschaft, Soziales, Innovation oder Kooperationen zu erreichen. „Seit 2016 haben wir eine eigene Space-Strategie. Mittlerweile gibt es 74 aktive Player in diesem Bereich, von denen 22 bei der Erstellung der Strategie mitgewirkt haben. Insgesamt beschäftigen sie rund 1.500 Mitarbeiter“, berichtet er. „Unser Ziel ist es, die Gewinne und den Nutzen aus dem All zu maximieren.“ Das könne in so unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, Tourismus oder Energie erfolgen. Die UAE Space Agency setzt verstärkt auf private Investoren. „Bislang wurden 709 Verträge in 17 Sektoren abgeschlossen“, stellte Alrashedi fest. „Bis 2030 sind 71 Initiativen geplant, die 18 Probleme lösen sollen.“

Die Ziele reichen von Anwendungen über Forschung und Partnerschaften bis zu Investments, Infrastruktur und Rahmenbedingungen. Konkreter würde es bei den Programmen. 2020 soll das Marsprogramm starten. Schließlich hatten die Vereinigten Arabischen Emirate 2017 ihren Plan bekannt gegeben, im Jahr 2117 den Mars kolonisieren zu wollen. Deshalb entsteht in den kommenden vier Jahren in Dubai die „Mars Science City“ zur Simulation.

Elf Satelliten wurden schon lanciert, weitere acht sind geplant. Venture Capital ist willkommen. Es gibt fünf Forschungszentren für das All und dazu Acceleratoren und Fonds. Gemeinsam mit dem Hub „Krypto Labs“ in Abu Dhabi wurden die Start-ups Farmin und Ayn Astra gegründet. „Die haben eine geotechnische Ausrichtung. Seit Oktober 2019 haben wir eine zweite Runde eröffnet, bei der wir für alle Anwendungen offen sind“, berichtete Alrashedi. Laut ihm werden Investoren für Investitionen zwischen 100.000 und fünf Millionen Dollar begleitet und beraten. Darüber hinaus arbeitet die Space-Agentur der Vereinigten Arabischen Emirate mit der New Yorker Investmentfirma RRE Ventures - deren COO über Videovortrag anschließend zugeschaltet wurde - sowie mit der Blackstone-Ausgründung PJT Partners bei der Auflage von Fonds im Bereich All zusammen.