LUXEMBURG
DANIEL OLY

Neuer Rektor und neue Konvention - die Universität Luxemburg startet in die Zukunft

Alle Zeichen stehen auf Neubeginn: Der neue amtierende Rektor der Universität Luxemburg, Stéphane Pallage, wurde am gestrigen Montag in einer Pressekonferenz vorgestellt. Bei der Gelegenheit wurde zudem die erst vergangene Woche öffentlich präsentierte neue Vierjahres-Konvention zwischen der Universität Luxemburg und der Regierung, vertreten durch Hochschul- und Forschungsminister Marc Hansen, unterzeichnet. Diese sagt der Universität über die nächsten vier Jahre Gelder in einer Höhe von insgesamt 766 Millionen Euro zu. Hinzu kommen weitere 26 Millionen für ein neues Medizinstudium.

„Mit diesem Kontrakt erhält die Universität die nötige Planungssicherheit für ihre Zukunft“, unterstrich Minister Hansen am gestrigen Montag. „Damit geht eine turbulente Zeit seit dem Rücktritt des ehemaligen Rektors im Frühjahr zu Ende, und ich bin froh, dass der Verwaltungsrat der Universität einen solch vielversprechenden Kandidaten als neuen Rektor finden konnte.“

Jung und erfolgreich

In der Tat habe sich der Verwaltungsrat zwar die notwendige Zeit bei seiner Suche nach einem passenden Kandidaten gelassen, sei aber trotzdem zielstrebig vorgegangen, wie Präsident Yves Elsen betonte: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - das traf hier wirklich zu“, meinte er. Trotz guter Kandidaturen, unter anderem aus Paris, Slowenien oder Cambridge, habe sich besonders Pallage hervorgetan. Mit seiner Zeit als Rektor in Montreal habe er sich als perfekter Kandidat zur Führung einer jungen, aufstrebenden Universität hervorgetan. „Besonders die Studienkultur Kanadas, die das Beste aus Nordamerika und Europa verbindet, zeichnet ihn aus“, meinte Elsen.

Pallage selbst wirkt sehr zufrieden mit der Chance, die sich ihm als Rektor der Universität Luxemburg biete. „Die Universität hat einen sehr guten Ruf als elftbeste Universität im Alter unter 50 Jahren“, meinte er. „Dieses Engagement für Spitzenleistungen reizt mich sehr und macht mich zuversichtlich, dass die Universität ihr Potenzial als Top-Standort verwirklichen kann.“ Schon jetzt sei sie ein wichtiger Innovator und einer der Gründe dafür, dass Luxemburg als wichtiger digitaler Standort gelte.

Der neue Rektor , der sich in seiner Forschung unter anderem mit der Wirtschaftsentwicklung und dem internationalen Hilfsbudget vieler Nationen beschäftigt, will deshalb auf eine enge Zusammenarbeit und weitere Interdisziplinarität setzen. „Das ist eine der Stärken der Universität und wir werden hoffentlich auch künftig so vielseitig und kooperativ sein“, meinte Pallage. „Gemeinsam ist die Universität besser als die Summe ihrer Teile, und das sollte auch weiter so bleiben.“

Nach den schwierigen letzten Monaten - unter anderem auch mit Geldsorgen - sei es deshalb auch nötig, einen guten Neustart hinzulegen. „Meine Herausforderung wird es sein, die Universität von ihrer überaus erfolgreichen Startphase hinüber zu einer angesehenen Top-Anlaufstelle wachsen zu lassen“, meinte er abschließend.

Eine Hilfe dürfte die gestern unterzeichnete Konvention sein, die der Universität für die kommenden vier Jahre eine neue Budgetplanung erlauben wird. Unterm Strich ein Haushalt, der um 30 Prozent erhöht ist. „Das ist auch ein Signal des Vertrauens in die Leistungen und in die Zukunft der Universität“, meinte der neue Rektor gestern. Pallage sei im Voraus deshalb auch in die Prozedur zur neuen Förderungskonvention für die Universität eingebunden worden, wie Hansen erklärte.