LUXEMBURG
JEFF KARIER

Sommerserie: Geschichte, Rezept und Varianten des Gin Tonic

Cocktails gehören zum Sommer, wie Sonne, Strand und Meer. Fast jeder hat einen Lieblings Drink, den er am Wochenende oder nach Feierabend in einer Bar gerne mal genießt. Dabei muss man nicht unbedingt die nächste Bar oder das nächste Restaurant aufsuchen, um eines dieser erfrischenden alkoholischen Getränke zu bekommen. Viele Cocktails sind auch zuhause recht einfach zuzubereiten. Wir zeigen ihnen in unserer Sommerserie einige Klassiker, wie Sie diese für neue Geschmackserlebnisse etwas abwandeln können und beleuchten die Entstehung dieser Cocktails. Den Anfang macht wohl einer der einfachsten und bekanntesten Longdrinks, der Gin Tonic.

Wer hat’s erfunden?

Gin Tonic, oder auch Gin and Tonic, besteht lediglich aus zwei Zutaten und zwar der Wacholder-Spirituose Gin und Tonic Water. Obwohl man aufgrund der großen Tradition in Großbritannien meinen könnte, dass Gin dort erfunden wurde, stammt dieser aus Holland. Er soll dort vom deutschen Arzt Franz de le Boë erfunden worden sein, als dieser eine Arznei gegen Magen- und Nierenerkrankungen entwickeln wollte.

Durch die Kollaboration von holländischen und englischen Soldaten im holländisch-spanischen Krieg gelang die Wacholder-Spirituose nach England. Laut zeitgenössischen Berichten des 18. Jahrhunderts galt Gin zunächst allerdings als Drink der einfachen Arbeiter.

Chinin gegen Malaria

Als Schutz vor Malaria tranken die britischen Kolonialtruppen in Indien die ersten Tonic Water - mit dem feinen Unterschied, dass die Tonics durch den enorm hohen Chiningehalt so herb waren, dass von Genuss keine Rede sein konnte. Die Briten mischten kurzerhand ihre liebste Spirituose Gin unter die bitteren Wasser. Mit der Zeit entstanden genießbare Tonic Water mit weniger Chinin und mehr Zucker und Zitrone. Der Siegeszug des Gin Tonic durch die Bars der Welt nahm seinen Lauf.

In den letzten Jahren erlebt der Gin Tonic einen wahren Boom. Zum einen gibt es immer mehr Gin-Brennereien. Aus dem Schwarzwald etwa stammt der sehr gelungene Gin „Monkey 47“, aus Belgien stammen „Copperhead2 sowie „Double You“ und mit „Ginix“ gibt es auch Gin aus Luxemburg.

Andererseits hat sich auch im Bereich der Tonic Water einiges getan. Allen voran hat die Marke „Fever Tree“ eine ganze Reihe an aromatisierten Tonic Water und andere „Mixer“ auf den Markt gebracht. Diese verleihen dem Gin Tonic etwas Neues und Frisches.

Die spezielle Note

Barkeeper sind berufsbedingt kreative Köpfe und so ist es nicht verwunderlich, dass auch diese über die Jahre einige Abwandlungen des Gin Tonic-Longdrinks kreiert haben, zum Beispiel mit Teeblättern. Daher gibt es bereits Firmen die Teemischungen wie „Pink Grapefruit und Zitrone-Ingwer“ anbieten, die extra für den Longdrink zusammengestellt wurden. Den Tee in einem Tee-Ei einfach für zwei bis drei Minuten in Gin Tonic einlegen, das Tee-Ei entfernen, das Eis hinzugeben und fertig.