MOSKAU/ALEPPO
DPA

Aleppo zurückerobert - Putin äußert sich zur Zukunft Syriens

Nach dem Ende der langen Schlacht um Aleppo konzentriert sich das Kampfgeschehen im Bürgerkriegsland Syrien zunehmend auf die nahe Islamisten-Hochburg Al-Bab. Nach jahrelangen Kämpfen hatte die syrische Regierung Aleppo mit russischer und iranischer Hilfe zurückerobert. Am Donnerstagabend zogen die letzten Rebellen von dort ab.

In Al-Bab unterstützen türkische Truppen syrische Milizen bei einer Offensive gegen das vom IS ausgerufene „Kalifat“. Der Westen kritisiert Aleppos Rückeroberung wegen der vielen zivilen Opfer. Russlands Präsident Wladimir Putin stellte das auf seiner jährlichen Pressekonferenz ganz anders dar. Russland entsandte ein Bataillon Militärpolizisten nach Aleppo, die dort „für Ordnung sorgen“ sollen, wie Verteidigungsminister Sergej Schojgu gestern sagte. Baschar al-Assad wertete den Sieg in Aleppo nach vier Kriegsjahren auch als Sieg seiner Verbündeten Russland und Iran. Er gestand praktisch ein, dass die erschöpften syrischen Truppen alleine nicht in der Lage wären, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

Putin sagte über die Rückeroberung Aleppos: „Das war die größte, ich will das betonen, damit es alle hören, das war die größte humanitäre internationale Rettungsaktion der Neuzeit.“ 100.000 Menschen seien aus der jahrelang umkämpften Stadt gebracht worden. Die Nachkriegsordnung für Syrien will Russland mit den USA abstimmen. Zwar sei die neue Dreierkooperation Moskaus mit Ankara und Teheran im syrischen Krieg hilfreich, sagte Putin. „Aber es wäre nicht richtig, solche Fragen ohne die USA zu entscheiden.“