LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Big Eyes“: Tim Burton verfilmt die wahre Geschichte von Margaret Keane

Peggy Doris Hawkins kam 1927 auf die Welt, in verschiedenen Akten steht ihr Name als Margaret Doris Hawkins zu lesen.

Sie war eine talentierte Malerin und zeichnete alle ihre Figuren mit übergroßen Augen, was später zu ihrem Markenzeichen wurde. In zweiter Ehe heiratete sie den Immobilienmakler Walter Keane, der sich ebenfalls für einen Maler ausgab.

Später änderte sie ihren Namen in Margaret Keane um. Während Walter im Jahr 2000 starb, lebt Margaret noch und zeichnet ununterbrochen ihre Bilder mit meistens Kindern mit großen Augen. Diese Geschichte hat sich Tim Burton vorgeknöpft und den Film „Big Eyes“ gedreht.

Liebe macht blind

Wir schreiben das Jahr 1958. Margaret (Amy Adams) verlässt ihren ersten Mann von einem Moment auf den anderen und nimmt ihr Tochter Jane (Delaney Raye) mit. Um etwas Geld zu verdienen, verkauft sie ihre selbst gezeichneten Bilder, auf denen Kindern mit riesigen Augen sind, auf einem Flohmarkt in einem Park. Hier lernt sie Walter Keane (Christoph Waltz) kennen, der auch vorgibt, Maler zu sein, sein Leben aber als Immobilienmakler verdient.

Als Margaret riskiert, die Vormundschaft über ihre Tochter zu verlieren, bietet Walter ihr sofort an, sie zu heiraten. Gesagt, getan. Die beiden verbringen schöne Flitterwochen auf Hawaii, in Begleitung von Jane. Walter sieht Potenzial in den Bildern seiner Frau und ihm gelingt es, einen Kneipenbesitzer zu überzeugen, die Porträts auszustellen. Durch seinen großmäuligen Geschäftssinn beginnt der Verkauf langsam anzulaufen.

Nur gibt er vor, dass er der Maler der Bilder sei. Mit der Hilfe des Journalisten Dick Nolan (Danny Huston) steigt seine Popularität. Margaret sieht keine bösen Absichten und akzeptiert aus Liebe Walters Machenschaften. Es dauert Jahre, ehe ihr der Kragen platzt, und sie Walter in Richtung Hawaii verlässt. Schließlich klagt sie ihre Rechte vor einem Gericht in Honolulu ein.

Waltz, Garant für Unterhaltung

Eigentlich müsste Margaret im Mittelpunkt des Films stehen, mit ihren Ideen und Ansichten. Doch sie hält sich vor ihrem dominanten Mann zurück.

Und so ist es ein fast despotisch aufspielender Christoph Waltz, der für Humor und Unterhaltung sorgt. Als endlos redender Wirbelwind überzeugt er alle von seinem Talent und schert sich nicht um die Gefühle seiner Frau.

Amy Adams wurde für ihre Darstellung der Margaret mit einem Golden Globe belohnt, wirklich bahnbrechend ist ihr Spiel aber nicht. Eher bescheiden kommt sie daher, obwohl ihrer Situation viele Emotionen abzugewinnen wären.

Hier patzt Regisseur Burton, denn um Gefühle geht es ihm nicht. Ihn interessiert lediglich die gesamte Geschichte vom Kunstdieb. Der Film hat einen gewissen Unterhaltungswert, lässt sich problemlos anschauen, aber mit großen Augen verlässt niemand das Kino.