Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist schwer beeindruckt. Nicht etwa vom dollen Sommerwetter, das ja nun endlich mal länger als ein paar Stündchen anhalten soll, sondern weil es in Europa noch Männer von echtem Schrot und Korn gibt, die sich derart vom Mainstream (nicht zu verwechseln mit Gender Mainstreaming) abheben, dass es eine Freude ist: „Er ohrfeigt, er drückt, er würgt, er küsst. Er fasst einfach gerne Leute an“, schrob sich die FAS am Wochenende in auf einer ganzen Zeitungsseite Ekstase, wobei der Ohrfeiger, Drücker, Würger, Küsser und Anfasser natürlich kein anderer als EU-Kommissionsobmann Juncker ist, der ja auch schon zu premiercheflichen Zeiten immer mal wieder gerne den Knutscher und Schläger gab.
Dem Griechenchef Tsipras, den das großherzogliche Referendum derart inspiriert hat, dass er nun selbst eins organisiert, würde Juncker in Zwischenzeit allerdings wohl am liebsten statt seiner üblichen Maulschelle einen kräftigen Fußtritt verpassen: „Wir haben wirklich Berge versetzt bis zur letzten Minute, als die griechische Regierung die Tür geschlossen hat“. Da bewiesen Rex Gildo und Mireille Mathieu mit ihrem „Letzten Sirtaki“ und ihrem „Akropolis Adieu“ doch tatsächlich hellseherische Fähigkeiten...


