LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Pasha Rafiy und Laurianne Bixhain vertreten Großherzogtum bei renommiertem Fotofestival

Mehr Sichtbarkeit für Fotokünstler aus dem Großherzogtum: Das ist das Ziel von „Lët’z Arles“, einem Projekt, das Luxemburgs Teilnahme an dem renommierten Fotografiefestival „Rencontres d’Arles“ umfasst. Das Kulturministerium hatte eine dreijährige Partnerschaft mit den „Rencontres d’Arles“ abgeschlossen, die Organisation übernimmt der Verein „Lët’z Arles“. In diesem Sommer geht es nach der bestandenen Premiere im Vorjahr nun zum zweiten Mal ins südfranzösische Arles in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Während dort im vergangenen Sommer die Kollektivausstellung „Flux Feelings“ zu sehen war, hat man diesmal das Konzept ein wenig geändert: „Lët’z Arles“ hat für diese neue Ausgabe eine internationale Jury mit der Künstlerauswahl beauftragt: Die zeitgenössische Fotografieszene des Großherzogtums sollen nach Entscheidung dieser Jury Pasha Rafiy als „artiste confirmé“ und Laurianne Bixhain als „artiste émergente“ mit ihren Werken vertreten. Rafiy wird unter dem Titel „Bad News“ seine Fotos zeigen, Bixhain stellt unter dem Motto „On the Other End“ aus.

Spannungsfeld zwischen Mensch und Technik

Nach einer Vorauswahl von zwölf luxemburgischen Künstlern, welche Vertreter von Kultureinrichtungen aus dem Großherzogtum und das künstlerische Komitee von „Lët’z Arles“ getroffen hatten, fällte die Expertenjury aus Sam Stourdzé, Direktor der „Rencontres de la Photographie“, Fotograf Samuel Gratacap, Danielle Igniti, Direktorin der „Centres d’Art Dudelange“, Mudam-Kurator Christophe Gallois, Paul di Felice, künstlerisches Komitee von „Lët’z Arles“, und Michèle Walerich, Verantwortliche der CNA-Fotoabteilung, die Entscheidung. Die Doppelausstellung in der „Chapelle de la Charité“ sollen Pasha Rafiy und Laurianne Bixhain bestreiten. Für die Realisierung ihrer Werke steht den beiden Künstlern ein Budget von maximal 40.000 Euro zu. Ebenfalls nominiert waren Carole Melchior sowie Carine und Elisabeth Krecké als „artiste confirmé“ und Lucie Majerus und Sophie Feyder für die Kategorie „artiste émergente“.

Laurianne Bixhains Ausstellung untersucht die Beziehung des Menschen zu technischen Objekten, ihre Handhabung, aber auch Kommunikationswege sowie die Vorstellungen von Mobilität und Gegenwart. Bei den Werken von Pasha Rafiy handelt es sich um eine Fotoserie, die im Jahr 2015, mit einer Porträtierungsabsage Donald Trumps, ihren Anfang nahm. Die Bilder halten politische Veränderungen fest und zeigen eine Reihe von Porträts von Menschen und Orten vor dem Inkrafttreten der Einreisebeschränkungen aus islamischen Ländern durch die Trump-Regierung.

Blick in die US-amerikanische Seele

Insgesamt wird in Arles in diesem Jahr an 30 Standorten Fotokunst gezeigt. Zum Höhepunkt zählt zweifelsohne die Schau im „Espace van Gogh“: Denn „America great again!“ zeigt unter anderem Fotos von Raymond Depardon oder Laura Henno - vor allem aber von Robert Frank. Jenes Fotografen, der 1958 mit seinem noch heute vielzitierten Fotoband „The Americans“ neue Maßstäbe für das Genre setzte, dabei vor allem tief in die US-amerikanische Seele leuchtete und seine Zeitgenossen mit den Resultaten schockierte.

Die „Rencontres d’Arles“ wurden 1969 vom dem Fotografen Lucien Clergue, dem Schriftsteller Michel Tournier und dem Historiker Jean-Maurice Rouquette gegründet. Mit inzwischen beinahe 50 Ausgaben ist die Veranstaltung das erste wirkliche internationale Festival für Publikumsfotografie.

Inzwischen haben hier fast 250 Künstler ausgestellt und es wurden knapp 4.200 Werke gezeigt, die insgesamt mehr als eine Million Ausstellungsbesuche zu verbuchen haben. Allein die Ausgabe des Jahres 2017 sahen 125.000 Besucher.


Die luxemburgische Doppelausstellung wird im Rahmen der „Rencontres d’Arles“ vom 2. Juli bis zum 23. September
in der „Chapelle de la Charité“ in Arles zu sehen sein.
Die offizielle Vernissage findet dort am 6. Juli, 19.00, statt. Weitere Informationen unter www.letzarles.lu