LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Vereinigung der Pflegedienstleister feiert 20. Jubiläum

Feierlicher Moment gestern Nachmittag im „Tramsschapp“, wo die „Fédération COPAS“, die 55 Dienstleister aus dem Pflegebereich eint, ihr 20. Jubiläum beging. Marc Fischbach, der Vorsitzende der COPAS, deren Mitglieder heute an die 11.000 Beschäftigte zählen, ging in seiner Begrüßungsrede auf verschiedene Herausforderungen der Vereinigung ein, die sich ja schwer tut mit der anstehenden Reform der Pflegeversicherung, deren Einführung 1999 zur Gründung der COPAS führte.

Gut gerüstet für die Zukunft

Die Gewährleistung einer hochqualitativen Pflege stehe im Zentrum der Bemühungen ihrer Mitglieder, die aber händeringend nach Fachpersonal suchen müssten. Mit Infokampagnen in den Schulen wolle man mehr Jugendliche für soziale Berufe begeistern, sagte der Vorsitzende, der die COPAS allerdings „gut gerüstet“ für die Zukunft sieht.

„Die COPAS ist nicht mehr wegzudenken“, gratulierte Familienministerium Corinne Cahen zum Jubiläum. Die Vereinigung sei maßgeblich am Aufbau des hiesigen Pflegesektors beteiligt gewesen und auch weiterhin ein Schlüsselpartner, wenn es um die Gewährleistung hochqualitativer Pflege geht. Derzeit sind über 13.000 Menschen im Großherzogtum pflegebedürftig.

Pflegeversicherungsreform: „Das Paket ist komplett“

Bedürfnisse und Gewohnheiten würden sich aber ändern, genau wie die Gesellschaft, die zum Beispiel immer mehrsprachiger werde, so dass die Pflegeleistungen, die Aufstellung der Dienstleister und natürlich der gesetzliche Rahmen dafür laufend angepasst werden müssten. Stets aber müsse der Mensch im Mittelpunkt der Bemühungen stehen.

Auch Sozialminister Romain Schneider, der für die Pflegeversicherungsreform verantwortlich zeichnet, unterstrich diese Notwendigkeit. „Wir haben die beste Pflege, die es gibt und das soll auch in Zukunft so bleiben“, sagte der LSAP-Politiker, der sich freute, dass die erwähnte Reform nun auf die Zielgerade gehen kann: „Das Paket ist komplett“, auch die Vorentwürfe der Ausführungsbestimmungen würden mittlerweile vorliegen.

Die Roboter kommen

Die beiden Minister standen bei ihren Reden noch unter dem Eindruck des hochinteressanten Vortrags von Dr: Gaël Durel. Der Geriatrie-Spezialist und Professor an der Universität Rennes zeigte den zahlreichen Teilnehmern an der Jubiläumssitzung der COPAS eine Zukunft auf, in der Roboter weitestgehend die Pflege übernehmen. Bereits heute kommen sie zum Einsatz, wenn es etwa darum geht, Pflegedürftige zu transportieren, sie an die Medikamenteneinnahme zu erinnern oder Alarm zu schlagen, wenn sich der Gesundheitszustand des Kranken verschlechtert.

Morgen könnten die elektronischen Helfer schon weit mehr Aufgaben übernehmen, wie Diagnosen oder Gespräche mit den Patienten. Laut Studien könnten durch die Digitalisierung und Robotisierung des Sektors 50 bis 60 Prozent der Stellen im Pflegebereich wegfallen.

Aber noch ist kaum vorstellbar, dass Maschinen menschliche Nähe und Empathie simulieren könnten. Menschlichkeit und Solidarität, die am Anfang des Pflegewesens und unserer Sozialsysteme stehen, deren Entstehungsgeschichte der Historiker Norbert Franz (Uni Luxemburg) in seinem Vortrag beleuchtete, würden auch im digitalen Zeitalter nicht überflüssig, meinten die Minister.