LUXEMBURG
JEFF KARIER

Neues Buch von Guy Rewenig vorgestellt

Guy Rewenig, ist einer der großen Schriftsteller Luxemburgs und gilt seit seinen Romanen „Hannert dem Atlantik“ (1985), „Gemëschte Chouer“ (1987) „Mass mat dräi Hären“ (1989), „Grouss Kavalkad“ (1991) und „Vakanz am Pazifik“ (1998) als der Begründer des neuen luxemburgischen Romans. Bemerkenswert ist, dass er sich nicht einer einzigen Sprache verschrieben hat, sondern sowohl auf Luxemburgisch, als auch auf Französisch und Deutsch schreibt. „Ich schreibe in der Sprache, auf die ich gerade Lust habe“ erklärt der 1947 geborene Schriftsteller während der Präsentation seines neuen Buches.

Abwechslung muss sein

Diesmal hatte er wohl Lust auf Luxemburgisch, denn war sein dieses Jahr erschienenes Buch „Je n’arrive pas à dormir - Journal d’un insomniaque“ noch auf Französisch, ist sein jetzt erschienenes Werk „Déi bescht Manéier, aus der Landschaft ze verschwannen“ in luxemburgischer Sprache verfasst worden.

Das Buch besteht allerdings nicht aus einer einzigen Geschichte, sondern vereint acht verschiedene Geschichten. Die erste dreht sich um ein dickköpfige Rentnerpärchen, das seine Beziehung Tag für Tag mit einem Kleinkrieg strapaziert. Gefolgt von einer Geschichte über eine Mutter, die ihren Sohn in eine absurde berufliche Karriere drängen will.

In der dritten geht es um einen Mann mit einer höchst ungewöhnlichen Krankheit, und die fünfte handelt von einem Radiojournalisten, der seinen Studiogast in Grund und Boden redet. Von zwei Brüdern, die versuchen ihre komplizierte Beziehung aufzuarbeiten erzählt die sechste Geschichte. Die siebte dreht sich um einen Obdachlosen, der ein surreales Jobangebot erhält, und die achte Geschichte handelt von zwei Touristen, denen in einem Kurhotel in der Schweiz nicht nur die Decke auf den Kopf fällt.

Intensive Herausforderung

Das besondere bei diesem Buch ist, dass dieses nur aus den Dialogen der verschiedenen Personen besteht. Auf diese Weise gelingt es Rewenig, die Personen reduziert darzustellen. Der Leser erfährt nur das, was auch ausgesprochen wird. In den Dialogen gibt es auch immer wieder Pausen, die durch leere Zeilen dargestellt werden. Es lassen sich aber zwischen den Zeilen viele weitere Details herauslesen.

Diese Form war für Revenig laut eigener Aussage eine Herausforderung, dessen Ziel es war, eine Intensivität zu erreichen. Die Stimmung des Buches ist dabei ein Balanceakt zwischen Komik und Verzweiflung, pechschwarzer Melancholie und Lachen, trauriger und grotesker Slapstick-Momente. Ein ständiges Hin und Her der Gefühlswelten von Rewenigs Charakteren.

Das Buch „Déi bescht Manéier, aus der Landschaft ze verschwannen“ erscheint beim Verlag „guy binsfeld“, wo 1986 auch schon Rewenigs Buch „Ein unwiderstehliches Land“ erschien. Die Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und Rewenig komme nicht von ungefähr, erklärt der Direktor des Verlags, Marc Binsfeld. 2009 habe der Verlag den Entschluss gefasst, wieder verstärkt literarische Werke zu publizieren. Vor einem Jahr dann haben sich Rewenig und Binsfeld richtig kennen gelernt und als Rewenig ein Skript vorlegte, entschied man sich, das Buch bereits jetzt zu veröffentlichen und nicht erst, wie so oft, zu den „Walfer Bicherdeeg“. Immerhin seien laut Binsfeld die Sommerferien auch eine tolle Zeit, um Bücher zu lesen.