LUXEMBURGDANIEL OLY

Debüt für neue „Doctor Who“-Staffel

Ein Dinosaurier erscheint aus heiterem Himmel im viktorianischen England, spuckt eine blaue Telefonzelle aus und vergeht dann urplötzlich in einer gewaltigen Stichflamme - und hinter (fast) allem stecken böse Roboter aus der Vergangenheit. Aufgedeckt wird das Mysterium von einer Echse, ihrer Frau und einem kleinen außerirdischen Zwerg mit imperialistischen Attitüden. Aufmerksame Leser merken schon: Die neue Staffel der englischen Kultserie „Doctor Who“ beginnt gewohnt abgedreht, lustig und extravagant. Doch am Wichtigsten war wohl die Antwort auf die alles entscheidende Frage: Wie schlägt sich der Neue? Kann die neueste Reinkarnation des Zeitreisenden seinen Vorgängern das Wasser reichen? Da gerät die Frage nach des Rätsels Lösung schon mal in den Hintergrund.

Akzent und Akzente

Zum Glück gibt es pünktlich zum Beginn der neuesten Folge endlich Gewissheit: Der neue Alte ist gewöhnungsbedürftig, aber passend. Dass mit Peter Capaldi ausgerechnet ein Schotte mitsamt Akzent die Rolle des Jahrtausende alten Timelords verkörpert könnte angesichts des bevorstehenden Unabhängigkeitsreferendum in Schottland als Glücksgriff gesehen werden - immerhin ist „der Doctor“ eine Ur-Britische Institution. Gut, dass der Neue aber auch abseits seiner neugefundenen Sprachbarrieren und seinem älteren Erscheinungsbild für Akzente sorgen kann: Der neue Doctor wirkt wesentlich skrupelloser, kühl kalkulierender als noch seine Vorgänger. Er steigt verwirrt aus seiner Telefonzelle, rennt mit seiner Vergangenheit hadernd umher und scheint mit seinem neuen Äußeren unzufrieden. Aber man kann Entwarnung geben: Gegen Ende der Folge zeigt er sich vermehrt im Vollbesitz seiner Kräfte und kann - klar - dem Bösewicht das Handwerk legen.

Alles beim neuen Alten?

Wie viel bleibt denn noch von der Institution, der Kultfigur des Doctors übrig? Regisseur und Texter Steven Moffat scheint viel daran zu liegen, der Figur einen Neuanfang, mehr Charakterentwicklung zu gönnen. Dazu gehört offenbar auch, dass der Zuschauer (noch) über viele Dinge im Unklaren gelassen wird. Das Ende des pazifistischen Doctors? Das wird die Zeit zeigen.

Unterm Strich bleibt ein überzeugender Einstand der neuen Besetzung, Fans der Kultserie können also beruhigt aufatmen. Der Doctor mag zwar älter aussehen, verwirrter wirken - aber um Himmels Willen: Der gute Mann ist über tausend Jahre alt und hat eine erneute Regeneration hinter sich. Gönnen wir ihm die Auszeit. Denn am Ende sind es doch nur Geschichten - und diese hier hat schon mal gut begonnen.