LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Peter H. Diamandis wirbt in Luxemburg für „Planetary Resources“

Auf seinem goldenen Siegelring ist eine Rakete zu sehen, die aufsteigt. „Das ist das Zeichen der Singularity University“, lächelt Peter H. Diamandis. Der Gründer von nicht weniger als 19 Unternehmen und zwei Universitäten ist ein seltener Gast in Luxemburg und per Du mit den großen Konzernchefs dieser Erde; egal ob Elon Musk von Tesla oder Amazon-Gründer Jeff Bezos. Dass der gelernte Luftfahrtingenieur einen Vortrag im OAI hält, hat seinen Grund. Der Amerikaner erklärt im Grunde genommen, was „Planetary Resources“ machen wird - in seiner Heimat USA, aber auch hier in Luxemburg. Diamandis hat das Unternehmen gegründet.

Sein Vortrag soll vor allem Ängste nehmen und das unfassbar Weite erklären. Er redet darüber, dass Transistor-Chips immer schneller und preiswerter geworden sind. „1958 waren es zwei Transistoren, 1971 schon 2.300 und 2016 ganze 14,4 Milliarden auf einem Stück Silicon!“ Damit leitet er über zum Weltraum, denn: „Dort wird auch alles immer schneller und preiswerter.“ Das ermöglicht neue Geschäftsmodelle, denn dort oben gibt es Rohstoffe. „Die Erde ist ein Supermarkt voller Ressourcen, die im All unbegrenzt vorhanden sind.“

Am meisten interessieren den Gründer des ersten Weltraum-Tourismus-Unternehmens „Space Adventures“ die Stoffe Wasser, Karbon, Sauerstoff und Stickstoff - und vielleicht noch ein paar Metalle. Er erklärt auch gleich, warum: „Mit Wasser und Sauerstoff kann man im All für einen Antrieb sorgen, ohne etwas von der Erde dorthin bringen zu müssen.“ Denn die ersten Kilometer ins All sind die teuersten, kosten sie doch den meisten Sprit.

Wer aber erst im All ist und sich dort bewegen kann, der kann auch von Kometen profitieren. „Wenn sie der Sonne zu nahe kommen, schmilzt Eis an der Oberfläche, Wasserdampf entsteht, der wieder friert. Es reicht, eine Metallplatte daran zu halten, dann kann man das Wasser auffangen. Es ist ganz einfach“, versichert Diamandis. Man merkt: Diesen Vortrag hat er oft gehalten, wahrscheinlich vor Investoren, unter denen sich große Namen der US-Wirtschaft finden.

Diamandis stellt Chris Lewicki vor, der hier in Luxemburg ein Team aufbauen soll, der Mietvertrag sei bald unterschriftsreif. Bis 2020 oder 2022 soll alles stehen. In Luxemburg wird geforscht, um herauszufinden, wie man Wasser im All gewinnt und nutzt. So lange analysiert „Planetary Resources“ die rund 60.000 Asteroiden im All und katalogisiert sie. Zeitgleich arbeitet das Unternehmen an einem eigenen Raumschiff, wobei es Teile zukauft. Wenn es soweit ist, könnten die Asteroiden sogar abgebaut werden, ohne sie zu berühren. Bis zum industriellen Abbau rechnet der Amerikaner mit 12 bis 15 Jahren. „Das klingt alles gewagt -aber es ist logisch“, versichert Diamandis. „Asteroiden abzubauen ist einfacher als Öl aus dem Ozean zu holen.“

www.planetaryresources.com