REIMS
JEFF KARIER

Das „Domaine Les Crayères“ überzeugt mit historischem Flair und hervorragender Küche

Wie ein Schloss umgeben von alten, hochgewachsenen Bäumen, präsentiert sich das „Domaine Les Crayères“ in Reims, wenn man die Einfahrt hinunter fährt. Das Hotel gehört zu den besten Adressen der Champagne, was zahlreiche Auszeichnungen wie der „World’s Best Award“ von „Travel + Leisure“ oder auch „Best Hotel of the World“ von „Condé Nast Traveler“ bezeugen.

In der Lobby angekommen, begrüßen Gemälde aus vergangenen Jahrhunderten und eine mächtige Wendeltreppe die Gäste. Um uns von unserer Anreise von zweieinhalb Stunden zu erholen, begeben wir uns in die Bar „La Rotonde“. Diese ist sehr gemütlich, versprüht dabei jedoch auch eine Atmosphäre aus vergangenen Tagen. Auch hier hängen zahlreiche Gemälde, meist Portraits an den Wänden. Besonders beeindruckend ist jedoch der Blick auf den Park des Anwesens. Die Karte der Bar lässt kaum Wünsche übrig. Da wir uns in der Champagne befinden, ist vor allem die Auswahl beim französischen Schaumwein sehr groß. Aus rund 400 Referenzen kann man wählen.

Große Augen

Als wir unser Zimmer betreten, kommen wir nicht umhin, uns wie ein Graf zu fühlen. Bei einem Staatsbesuch würde selbst die Queen anerkennend eine Augenbraue heben und sich wohl fühlen. Hohe Decken, ein großzügiges Bett in einem noch großzügigeren Schlafzimmer sowie ein schönes wie helles Bad, das mit Badewanne und begehbarer Dusche ausgestattet ist. Abgerundet wird der fantastische Eindruck des Zimmers von einem Balkon, der so groß ist, wie manch normales Hotelzimmer. Da ist der Blick auf den Park das Tüpfelchen auf dem i.

Im Park, der rund sieben Hektar groß ist, befindet sich auch die Brasserie „Le Jardin“. Hier essen wir dann auch zu Mittag und bekommen ein Mittagsmenü aus drei Gängen serviert. Den Anfang macht ein „Jambon de Reims“, gefolgt von einer Dorade mit einer Brühe mit Kräutern, frischem Gemüse und Olivenöl. Den Abschluss bildet ein „Crémeux chocolat“. Ein gelungener kulinarischer Auftakt, der am Abend jedoch nochmals überboten werden sollte.

Philosophie zum Genießen

Denn das Highlight des „Domaine Les Crayères“ ist das Restaurant „Le Parc“. Dieses wird seit 2010 von Philippe Mille geführt. Im Folgejahr erkochte er bereits den ersten Stern. 2012 folgte der zweite. Mille, der 2009 mit Bronze beim „Bocuse d’Or“ und 2012 als „Meilleur Ouvrier de France „ ausgezeichnet wurde, verfolgt eine klare Philosophie. „Ich setze auf hochwertige Produkte, idealerweise aus der Region und respektiere die jeweilige Saison eines Produkts“, erklärt der Sternekoch. Seine Küche im „Le Parc“ ist im Grunde klassisch Französisch, versucht dabei die Dinge jedoch nicht unnötig kompliziert zu machen und orientiert sich dabei auch an der Champagner- und Weinherstellung der Region.

Entsprechend arbeitet er auch sehr eng mit lokalen Produzenten zusammen und steht in ständigem Austausch mit ihnen. In einem Teil des Parks werden sogar frische Zutaten wie Gemüse angebaut. Außerdem wird im Park regelmäßig ein Markt organisiert, auf dem die Produzenten, die das Hotel beliefern, ihre Produkte präsentieren.

Seine Philosophie wurzelt in der Kindheit von Mille. In der Gegend von Le Mans aufgewachsen, hat er viel Zeit auf dem Hof seines Onkels sowie bei seinen Großeltern verbracht. Dadurch hat er nicht nur die traditionelle französische Hausmannskost lieben gelernt, sondern hat auch einen starken Bezug zu frischen Produkten. Später lernte er bei einigen der renommiertesten und besten Köche Frankreichs. Heute zählt er selber zu den besten seines Fachs. Um junge Köche und andere Professionelle aus der Gastronomie zu fördern, hat er mit „Trophée Mille“ sogar seinen eigenen Wettbewerb geschaffen.

Bei unserem Abendessen zauberten Mille und sein Team ein wahres Festmahl, das einen kulinarischen Höhepunkt auf den nächsten folgen ließ. Hierzu zählte etwa ein Blumenkohl-Schaum mit Kaviar, langsam gegrilltes Ferkel in einer dunklen Sauce mit Traubenmost und mit Chorizo aromatisierte Kartoffeln sowie ein Soufflé mit Honig sowie Pampelmuse-Sorbet. Einfach fantastisch.

Lange Historie

Das Gebäude selbst stammt aus dem Jahr 1904 und wurde von Louise Pommery, Marquise de Polignac, in Auftrag gegeben. Bis 1978 lebten hier ihre Nachfahren. Im gleichen Jahr kaufte Xavier Gardinier das Anwesen samt dem Park. Mehrere Jahre dauerten die Umbauarbeiten zum heutigen Hotel und Restaurant. Die Eröffnung fand 1983 statt. Seither hat sich das „Domaine Les Crayères“ zu einer Oase für Genießer entwickelt und bietet gehobenen Luxus in einem einmaligen Rahmen.


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