LUXEMBURG
BILL WIRTZ

Der Luxemburger Rapper ist zurück im Großherzogtum und hat Pläne

Nach vier Jahren Pause und Aufenthalt im Ausland ist der Rapper REBEL bereit, wieder in der luxemburgischen Musikszene aufzutreten. „Terra Nullius“ heißt das neue Projekt des Künstlers, der nach jahrelangen Produktionen auf Französisch, nun luxemburgische Texte veröffentlichen wird. Mit „Se verdroen et net“ ist ein erster Vorgeschmack bereits umsonst online erhältlich. Für den 33-jährigen Künstler selbst ist die Rückkehr in seine Heimat ein Dankeschön: „Es war mir wichtig Luxemburg, das mir so viele Möglichkeiten geboten hat, auch etwas zurückzugeben.“

Das Leben selbst schreibt die besten Texte

Rein luxemburgische Texte sind Fans von REBEL möglicherweise unbekannt. „Einige meiner Fans finden es vielleicht ungewohnt, weil sie nur französische Texte von mir kennen. Andere wiederum mögen es, dass ich in mehreren Sprachen alles geben kann.“ Auch wenn das erste nun veröffentlichte Lied melancholisch sei, so wäre das aber nicht repräsentativ für das ganze Album. „Ich will vor allem meine Lebensgeschichte erzählen, damit die Leute mich selbst besser verstehen.“

Das Leben selbst würde die besten Texte schreiben. Das ist auch gleichzeitig der einmalige Rat des Künstlers an junge aufstrebende Rapper: „Man sieht junge Künstler, die von Leben erzählen die sie nie hatten. Man muss authentisch sein, anstatt zu versuchen, sich als ,Gangster‘ zu verkaufen, um Alben zu verkaufen.“ REBEL zufolge solle man auch Luxemburg nicht so schnell fallen lassen, wenn man es in der Musikszene schaffen will: „Man kann international nur Erfolg haben, wenn die zuhause einen erst einmal identifizieren können. De Läb ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Luxemburger Inhalt und Luxemburger Kennzeichen in den Texten etwas Echtes schaffen kann. Man soll Luxemburg nicht kleiner machen als es ist.“

Für REBEL ist es vorrangig, wie er Kunst machen will, nach seinen Vorstellungen und Regeln.

„Verstelle mich nicht für mein Publikum“

Hoffen würde er schon, dass seine Stücke es ins Radio schaffen werden, doch netter würde er sie deswegen nicht schreiben: „Ich verstelle mich nicht für mein Publikum. Ich will authentisch bleiben.“ Dass in der Rap-Szene immer mehr kopiert würde, nervt ihn: „Alles wird mit Autotune produziert, sodass ich es kaum noch unterscheiden kann. Ich kann verstehen, dass man für Musik, die in Clubs laufen soll, mit nicht komplizierten Texten Erfolg haben will, doch irgendwie wünsche ich mir schon mehr Old-School Rap.“

Nach Luxemburg zurückzukehren ist für REBEL auf jeden Fall ein echtes „back to the roots“. Im Bahnhofsviertel der Stadt Luxemburg aufgewachsen, bezeichnet er sich selbst als „Garer Jong“. Egal wie viel man erlebt, nach Hause zieht es verschiedene scheinbar immer. Bedanken will sich REBEL bei Julien Blommaert, Beatmaker und Produzent „Checka“, Flash Films für die Videoclips, Amavi für die Logistik, DNART für die Designs. Hinter der Entstehung eines Rap-Albums steht ein ganzes Team von Leuten, die nicht sichtbar sind. Deshalb sei ihm dieser Dank besonders wichtig.

Das Feedback auf den ersten Clip sei auf jeden Fall gut. Nächsten Monat soll eine EP veröffentlicht werden, und im Sommer wird auf Touren gearbeitet, um das Album fertigzustellen. REBEL sagt dazu: „Eins ist klar: Sommerferien gibt’s für mich keine, denn es wird gearbeitet!“ Er will mit dem neuen Album nicht nur seine alten Fans begeistern, sondern auch neue und junge Fans mit ins Boot holen. Auf genau diesem Album würden auch andere Luxemburger Künstler auftreten. Wer genau, bleibt bis zur Release scheinbar geheim.


Wer REBEL entdecken möchte oder für die Veröffentlichung
der neuen EP auf dem neuesten Stand bleiben will,
der findet alle Informationen auf www.invictus-rebel.com
oder auf facebook.com/invictus352