ANSEMBURG
CORDELIA CHATON

Das Große Schloss Ansemburg lädt ein zum Thema Renaissance

In diesem Jahr empfängt Christophe Déage zum 20. Mal Gäste im Großen Schloss Ansemburg. Das Thema der diesjährigen Ausstellung lautet „Renaissance“. Für Déage bedeutet das vor allem eine Rückkehr zur Natur. Schließlich wurden in jener Zeit Gewürze wie Nelken, Muskat, Pfeffer oder Zimt entdeckt. Das ist auf einigen Zeichnungen zu sehen, die Teil der Ausstellung sind. Francis Mangelinckx, passionierter Sammler vor allem italienischer Gravuren, hat die Exponate in den fünf Vitrinen zusammengetragen. Er erzählt, wie Dichter in der Renaissance Kopien alter Statuen herstellten, um sich zu inspirieren.

Statuen spielen auch im weitläufigen Garten eine große Rolle, wo sie Brunnen dekorieren, Alleen säumen und Wasserspiele animieren. „Wir bieten um 14.30 am Wochenende eine Naturbeobachtung mit unserem Gärtner an, der auch lehrt. Er berichtet dann, was lokale Varianten hier von anderen unterscheidet“, sagt Déage. Er ist Präsident von LH Europe, dem Eigentümer des Schlosses. Die 1959 in Japan gegründete Neureligion Sûkyô Mahikari hat seit dem Kauf sehr viel in das Schloss investiert und es unter staatlicher Aufsicht renoviert. Dabei kamen immer wieder interessante Funde zu Tage wie eine vergoldete Stuckdecke. „Die hat ein Spezialist ganz vorsichtig freigelegt, mit vier bis fünf Zentimetern am Tag“, erzählt Déage. Er berichtet von Pilzen, die die Mauern zerfraßen. „Wir haben jetzt ein Isoliermaterial aus Hanf und Kalk, das den Pilz abtötet und gleichzeitig sehr ökologisch ist“, lächelt der Herr des Hauses, der zu jedem Erker eine Geschichte auf Lager hat. Die will er gern mit den Besuchern teilen.

Praktische Hinweise

Zum 500. Geburtstag Leonardo da Vincis und der Geburt von Caterina de’ Medici sowie des Europäischen Tags des Denkmals und des Internationalen Friedenstags gibt es im Schloss Ansemburg eine Ausstellung, die von der Renaissance inspiriert ist. Sie ist unterteilt in fünf Themenkomplexe: Große Entdeckungen, Werkstätten, Malerei, Venedig mit Veronese und Palladio sowie Wasser und Fontänen. Der letztgenannte Aspekt wird mit Fotografien von Stéphane Dupaquier in Szene gesetzt, der die Wasserspiele des Schlosses Ansemburg mit der Kamera festgehalten hat.

Darüber hinaus gibt es auch eine Konferenz mit dem Renaissance-Kenner Guillaume Fonkenell, Chefkonservator beim Nationalen Renaissance-Museum von Eouen, der am Samstag und Sonntag um 17.00 in Französisch Wissenswertes über diese Epoche vermittelt. Gleichzeitig wird an diesem Wochenende der 300. Jahrestag der Gartengestaltung mit Statuen aus vier Kontinenten gefeiert, der den Übergang zur Barock-Periode einleitete. Handwerker wie Vergolder oder Steinmetze zeigen ihre Kunst und stehen für Gespräche zur Verfügung. Wer lieber die Natur im Blick haben will, kann an Ateliers zu deren Beobachtung teilnehmen. Dazu gibt es zahlreiche Führungen auf Deutsch, Französisch und Luxemburgisch. Um 15.30 wird gratis ein Theaterstück geboten und den ganzen Tag über gibt es Kaffee und Kuchen. Ausführliche Informationen im Internet.

Geschichte

Das Große Schloss Ansemburg

Das Große Schloss Ansemburg im Eischtal wurde 1639 – 1647 als Herrenhaus für den Schmied Thomas Bidart gebaut. Seine Nachkommen, insbesondere Thomas de Marchant und dessen Sohn Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, vergrößerten es immer weiter. Maria-Theresa von Österreich erhob Lambert-Joseph 1749 in den Grafenstand. Zwischen 1730 und 1750 ließ Lambert-Joseph die barocken Gärten anlegen, die noch heute existieren. Mit ihren Alleen, Wasserspielen und Statuen stehen sie auch an diesem Wochenende Besuchern zwischen 11.00 und 16.30 offen, ansonsten von 9.00 bis zum Sonnenuntergang, außer, das Schloss ist vermietet. Besonders bekannt ist der „mythologische Weg“, zu dem es zahlreiche Interpretationen gibt.
In den 80er Jahren wurde das Schloss von Sûkyô Mahikari, einer 1959 gegründeten japanischen Neureligion, aufgekauft. Seit 1993 wird das Schloss in verschiedenen Etappen renoviert. Es kann von Privatleuten für Veranstaltungen gemietet werden.