TRIER
MADY LUTGEN

Schauspieler Tim Olrik Stöneberg im „Journal“-Interview

Wenn es mit der Schauspiel-Karriere nicht geklappt hätte, wäre Tim gerne Rockstar geworden. Doch es hat geklappt, und wie! Tim hat sich noch immer für die Schauspielerei interessiert, als kleiner Junge faszinierte ihn der Kinderzirkus. Danach besuchte der in Köln Geborene dann in den USA für eine Zeit die Highschool, da war es um sein Schauspielerherz geschehen.

Im Jahr 2002 absolvierte er die Arturo Schauspielschule in Köln. Der in Trier lebende Kölner ist beim Trierer Theater fest eingestellt, spielt nebenbei aber auch in Kinofilmen und Fernsehfilmen mit. Auch bei den bekannten „Brot und Spiele“ fungierte er mehrere Jahre als einer der Hauptdarsteller und im Saarbrücker Tatort „Eine Handvoll Paradies“ überzeugte er als Rocker. Dem „Journal“ erzählt Tim mehr über seinen Traumberuf, die Schauspielerei.

Welche Talente sollte ein Schauspieler mitbringen?

Tim Olrik Stöneberg Er sollte Lust haben zu spielen und vielleicht ein bisschen die Welt verbessern zu wollen.

Glaubst du, dass die Schauspielerei erlernt werden muss?

Stöneberg Ja, auf jeden Fall. Es ist ein Beruf wie jeder andere auch. Das Studium bringt einem sehr viel. Man kann sein Handwerk auch mit „Learning by doing“ erlernen, aber ein fundiertes Studium ist doch eine gute Grundlage.

Kannst Du von der Schauspielerei leben?

Stöneberg Sagen wir so, als Schauspieler wird man nicht reich. Wenn man aber nebenbei noch etwas arbeitet, kommt man gut über die Runden.

Spielst Du lieber Theater oder drehst du lieber Filme?

Stöneberg Ich liebe beides, vermisse immer das, was ich gerade nicht tue. Das Theater ist die Mutter der Schauspielerei, ohne Theater kann ich mir mein Leben nicht vorstellen. Aber ich drehe auch sehr gerne Filme. Am liebsten kombiniere ich beides. Idealerweise wären für mich drei bis zehn Drehtage im Monat.

Mit wem würdest du gerne einmal drehen?

Stöneberg Ein Dreh mit Sylvester Stallone wäre toll, das ist ein Kindheitstraum von mir.

Du warst lange bei den Römerspielen „Brot und Spiele“ mit dabei, das gibt es jetzt nicht mehr?

Stöneberg Ja leider. Der Veranstalter und die Stadt Trier sind sich wohl nicht einig geworden. Ich bin sehr traurig darüber. Es war immer eine tolle Zeit für uns Schauspieler, aber auch für das Publikum.

Hast du schon einmal den Text vergessen?

Stöneberg Ja natürlich, das kommt schon mal vor. Ich hatte bis jetzt aber noch nie einen totalen Blackout, habe aber gelernt, dass man in einer solchen Situation relaxt bleiben soll, denn wenn man Panik bekommt, ist der Text weg. Wenn man sich entspannt, kommt er meistens von alleine wieder. Hier gilt es zu improvisieren, an sich eine schöne Sache, denn das Publikum weiß ja nicht dass man den Text vergessen hat.

Nimmst du etwas von deinen Rollen in dein privates Leben mit?

Stöneberg Ein bisschen nehme ich immer mit. Bei mir ist es aber eher umgekehrt, ich lebe ziemlich intensiv, so dass ich viel aus meinem privaten Leben mit in die Rollen nehmen kann.

Ist es schwer wieder aus der Rolle herauszukommen?

Stöneberg Manchmal ja, es hängt aber von den Rollen ab. Wenn ich merke, dass ich noch am verarbeiten bin, bleibe ich manchmal länger in der Garderobe sitzen.

Glaubst du, dass es immer mehr Theaterbesucher gibt oder nimmt die Zahl ab?

Stöneberg Ich denke, dass vor allem junge Menschen es schwer haben den Weg ins Theater zu finden. Die Welt ist so hektisch, da tut es doch gut, mal etwas zu entschleunigen, sich Zeit zu nehmen. Das würde ich den Jugendlichen gerne ans Herz legen.

Wie ist es für Dich, beim Theater sofort das Feedback vom Publikum zu sehen?

Stöneberg Feedback ist immer toll, deshalb liebe ich auch Kindertheater, weil man da sofort eine ehrliche Reaktion hat. Bei Kindern weiß man immer wo man dran ist.
Wie stellst Du dir deine Zukunft vor?

Stöneberg Ich werde noch mehr schauspielern und auch als Regisseur arbeiten, solange es geht. In dem Beruft geht man nie in Rente.

Gibt es etwas, was Du nie machen würdest?

Stöneberg Ich würde nie für eine politische Partei Werbung machen und meinem Partner auf der Bühne oder vor der Kamera nichts antun, was er nicht will.

Im Frühling ist Tim wieder im Kino zu sehen, unter anderem in dem Film „Die Kleinen und die Bösen“ mit Christophe Maria Herbst. Auch im Trierer Theater stehen noch einige Highlights mit ihm an, wie zum Beispiel, der Horrorladen oder der Vorname.


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