LUXEMBURG
BILL WIRTZ

Irgendwann als Musiker groß rauskommen: Davon träumt Pierre Rausch

Der Weg der Musik von der Idee zum kommerziellen Produkt ist ein langer Weg, der nur durch langzeitige Hingabe möglich werden kann. In dieser Branche fangen oft junge Musiker an, die von früh auf ihr Glück versuchen, der nächste große Star zu werden, darunter mit langwierigen Musikkursen. Die Hintergrundgeschichte kann aber auch anders aussehen, wie der Luxemburger Pierre Rausch bezeugt.

Mit mehr als nur Alltagssorgen gekämpft

Pierre Rausch hat in seinem Leben mit mehr als nur den bekannten Alltagssorgen gekämpft. In seiner Studienzeit in Straßburg, wo er Wirtschaftswissenschaften studierte, brach im akademischen Jahr 2005/2006 seine Psychose aus. Diagnose: paranoide Schizophrenie. Während langer Zeit wollte Rausch die eigene Krankheit nicht anerkennen, flüchtete sich in die Musik.

Das Gitarrespielen brachte er sich dabei selbst bei. In seiner Überzeugung, als Musiker groß rauszukommen. versuchte er es damals in deutschen Castingshows, darunter die RTL-Produktionen „Deutschland sucht den Superstar“ und das luxemburgische „Wanns de eppes kanns“, wo er überhaupt keinen Erfolg hatte. Der Traum von der Musik blieb aber trotzdem.

Erst viel später, im Jahre 2012, wurde Rausch in die geschlossene Abteilung in Ettelbrück eingeliefert, nachdem die Justizbehörden auf seinen Fall aufmerksam wurden. Dort bekam er professionelle Hilfe, um mit einer Krankheit, die nun chronisch war, zu arbeiten.

In einer 180-seitigen Biographie Goldcurl, die im Selbstverlag erschienen ist, verarbeitet Rausch sein Leben, seine Krankheit, die Musik. Heute geht es dem 35-Jährigen besser. Er arbeitet bei der ATP a.s.b.l., der „Association d’aide pour le travail thérapeutique pour personnes psychotiques“ und hat eine eigene Wohnung.

Der Traum der Musik ist allerdings nie verflogen. Immer wieder greift er zur Gitarre und schreibt ein Lied, um es aufzunehmen und online zu stellen. „Es ist ein langer Weg, wenn man erfolgreich werden will. Doch man darf nicht aufgeben“, so Rausch. Sein eigenes Label hat der ehrgeizige Künstler inzwischen gegründet: Unter dem Namen „Summernightbrand Record Sales“ will Pierre Rausch musikalischen Erfolg haben. Seine Lieder schreibt er selbst, spielt auch selbst die Gitarre dazu. Die Lieder handeln von der Natur und der Liebe. Inspiriert hat sich Rausch an den Künstlern, die er anfangs coverte, darunter Ben Harper, Muse, Placebo oder auch Radiohead. Rauschs Produktionen sind alle im Bereich „Alternative Rock“.

„Das Internet gibt uns heute andere Möglichkeiten, um als Künstler aufzusteigen“, so Rausch. Als Hobby ist Pierre Rausch auch wieder als Straßenmusiker unterwegs, etwas, das er früher öfters tat. Wichtig wäre ihm auf jeden Fall, einen Job zu haben: „Man muss sich eine feste Existenz aufbauen, bevor man aus der Musik seinen Vollzeitjob machen kann.“

Die Lieder von Pierre Rausch kann man auf der Webseite seines Labels summernightbrand.doomby.com oder auf seinem Soundcloud-Profil soundcloud.com/summernightbrand-record anhören