LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Die Beziehungen zwischen Luxemburg und Rumänien reichen weit zurück

Auch wenn wissenschaftlich nur belegt werden kann, dass zwischen dem 9. und dem 14. Jahrhundert Einwohner der Mosel-, Maas-, und Rheingegend sich als Kolonisten im damals zu Ungarn gehörigen Siebenbürger Land niederließen, geht seit dem 19. Jahrhundert die Rede von einer besonderen Beziehung zwischen den „Siebenbürger Sachsen“ und dem Großherzogtum. Aber: „Die These, dass Luxemburg die Urheimat der Siebenbürger sei, basiert nicht auf historischen Quellen, sondern auf der Annahme einer Sprachverwandtschaft zwischen den sächsischen und luxemburgischen Mundarten“, schrieb der Soziologe Fernand Fehlen von der Uni Luxemburg 2007 in einem „Working Paper“ über diesen Mythos der besonderen Verbindung.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse verhinderten aber nicht, dass die Verbindung zwischen Luxemburg und dem Gebiet um das ehemalige Hermannstadt in den letzten beiden Jahrzehnten vertieft wurde. So wurde 2003 wurde die „Casa Luxemburg“ in Sibiu eingeweiht, die das Europäische Institut der Kulturwege, ein Touristenbüro und ein Spracheninstitut beherbergt. 2004 machte das großherzogliche Paar bei einem Staatsbesuch in Rumänien einen Abstecher nach Sibiu. Und 2007 waren Luxemburg und Sibiu sogar gleichzeitig Europäische Kulturhauptstädte. In diesem Rahmen gab es reichlich Austausch zwischen den Städten.

Diplomatische Beziehungen seit 1910

Die Länder, die erstmals 1910 geregelte diplomatische Verbindungen aufbauten, unterhalten derweil gute bilaterale Beziehungen, die sich nicht zuletzt in gegenseitigen Besuchen zeigen. Am 6. und 7. Juni 2016 war der rumänische Präsident Klaus Iohannis auf Staatsbesuch in Luxemburg. Er stammt übrigens aus Sibiu, dessen Bürgermeister er zwischen 2000 und 2014 war und gehört der deutschsprachigen Minderheit in Transsylvanien an. Premier Xavier Bettel war zuletzt Mitte Juni 2017 in Bukarest und Sibiu. 1966 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen Luxemburg und Rumänien auf Botschaftsebene angehoben, allerdings war Rumänien im Großherzogtum stets durch seinen Botschafter in Brüssel vertreten. Seit August 1991 unterhält das Land eine permanente Botschaft in Luxemburg. Botschafter ist derzeit Monsieur Lilian Zamfiroiu. Luxemburg wird in Bukarest durch Paul Alphonse Steinmetz vertreten, der in Athen residiert.

Investitionen aus Luxemburg

Mihai Ferariu ist derweil Luxemburger Honorarkonsul in Bukarest und Daniel Plier ist es in Sibiu, wo anlässlich des Besuchs des Premiers 2017 ein Honorarkonsulat eröffnet wurde. Was die wirtschaftlichen Beziehungen anbelangt, so machen Investitionen aus Luxemburg in Rumänien laut rumänischem Ministerium für Handel und Unternehmertum 4,33 Prozent der ausländischen Investitionen aus - oder rund 1,9 Milliarden Euro. Das Großherzogtum ist somit der siebtgrößte ausländische Investor in Rumänien, das 996 Unternehmen beherbergt, in denen Kapital aus Luxemburg vertreten ist. Mehr als ein Viertel davon sind im Immobiliengeschäft tätig. In den ersten acht Monaten 2018 hat sich der Wert der Handelsflüsse zwischen beiden Ländern auf 121,56 Millionen Euro summiert, ein Plus von fast 55 Prozent gegenüber der gleichen Zeitspanne 2017. Unternehmen aus Luxemburg führten Waren und Dienstleistungen im Wert von 106,23 Millionen Euro in Rumänien ein.

4.662 Rumänen in Luxemburg

In Luxemburg wurden 2011 1.589 rumänische Staatsbürger gezählt, zum 1. Januar dieses Jahres waren es bereits 4.662. Viele von ihnen arbeiten hier für die europäischen Institutionen. Die Gemeinschaft ist sehr aktiv: Laut rumänischer Botschaft gibt es sieben Vereinigungen. Darunter finden sich zwei bilaterale: Die „Romania Luxembourg Business Forum asbl (Rom Lux) und die Kultur-asbl Luxembourg-Roumanie. Ferner organisiert die „Association des Parents du Luxembourg“ Wochenend-Schulen in Dommeldingen, während die Gläubigen der Gemeinschaft sich in der Matthias-Kirche in Pfaffenthal treffen.