LONDONCHRISTIAN SPIELMANN

Ausstellung der berühmten James-Bond-Fahrzeuge im London Film Museum

Der erste James-Bond-Darsteller war Barry Nelson! 1954 spielte er den Spionihrer Majestät in dem 48-minütigen Fernsehfilm „Casino Royale“, der im Rahmen der Krimiserie „Climax“ auf CBS ausgestrahlt wurde.

Für die Filmfans ist James Bond jedoch Sean Connery,Roger Moore oder gar Daniel Craig.

Die Macher von „Bond in Motion“, der größten Ausstellung von Fahrzeugen aus 007-Filmen sind nur an Autos, Motorrädern, Flugzeugen, Wasserfahrzeugen oder andere fahrbaren Untersätze interessiert, die in den 007-Filmen eine Rolle spielten. 2013 waren die Fahrzeuge bereits im „Beaulieu National Motor Museum“ im englischen Hampshire ausgestellt.

Die hier ausgestellten Fahrzeuge gehören entweder Privatleuten oder verschiedenen Produktionsfirmen. Bis Ende des Jahres sind sie nun im London Film Museum zu sehen, auf der Nummer 45 in der Wellington Street am Covent Garden.

Martin, Aston Martin!

Auf der ersten Etage des Museums kann man erst einmal Skizzen des legendären Gefährts des Agenten mit der Lizenz zum Töten sehen: Jener Aston Martin, der u. a. in „Goldeneye“, „The Living Daylights“, „Skyfall“, „Quantum of Solace“ oder „Casino Royale“ zum Einsatz kommt und meist durch Tüftler Q mit modernster Technik ausgestattet wurde.

Im Untergeschoss kann man dann diese Fahrzeuge hautnah betrachten. Hier steht auch Goldfingers Rolls-Royce Phantom III, der in all seinem Chromglanz erstrahlt. Auf einem Fernsehschirm wird eine Schlüsselszene mit dem Auto gezeigt, wie übrigens bei allen Fahrzeugen der Ausstellung.

Broccoli-Rolls

Nebenan kann man ein weiteres Luxusgefährt bestaunen, der Rolls-Royce Silver Cloud II aus „A View to a Kill“. Dieses Auto gehörte Albert R. Broccoli, genannt Cubby, dem Produzenten aller James-Bond-Filme bis 1989. Seine Tochter Barbara produzierte die Filme weiter; er war bis zu seinem Tod 1996 als beratender Produzent tätig.

Gleich drei Fahrzeuge aus „Die Another Day“ sind ausgestellt. Von den sieben Spezialanfertigungen der Aston Martin V12 Vanquish sind zwei bei den Dreharbeiten zu Schrott gefahren worden. Mit dem Jaguar XKR flüchtete Bösewicht Zao (Rick Yune) vor 007 (Pierce Brosnan), der ebenfalls mit dem Schneemobil Bombardier SKI-DOO die Ganoven hinter sich ließ.

Fantasievoll und multifunktionell

Fantasievoll sieht ein weiteres Schneemobil aus, das Parahawk, mit dem Bond - hier Pierce Brosnan - in „The World is not Enough“ sogar fliegen konnte. Multifunktionell war auch derLotus Esprit S1 aus „The Spy Who Loved Me“, das sich von 007 (Roger Moore) in ein U-Boot verwandeln ließ! Das Mini-Flugzeug „Little Nellie“ wurde von seinem Designer Ken Wallis bei den Außenaufnahmen geflogen, während Sean Connery in einem zweiten Flugzeug saß, um die Nahaufnahmen zu „You Only Live Twice“ zu drehen.

Die Verfolgungsjagd in einem gelben Citroën 2CV, einer „Ente“ also, erinnert eher an die „Gendarme de St. Tropez“-Filme von Louis de Funès als an das 007-Abenteuer „For Your Eyes Only“.

Eine Reihe Motorräder runden die überaus interessante Ausstellung ab, bei der man zum Schluss eine Partie auf einem „Goldeneye“-Flipper spielen kann. Schade ist nur, dass man nicht kurz in ein Auto springen kann und eine Runde durch London drehen kann! Aber mit dem heutigen Verkehr in der britischen Hauptstadt wäre auch Bond nicht weit gekommen!


Weitere Informationen: www.londonfilmmuseum.co - Erwachsene zahlen 14.50, Kinder 9,50 Pfund Eintritt. Für Kinder unter fünf Jahren ist der Eintritt frei.