LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Im Kino: Auf Mördersuche in „Wind River“

Der amerikanische Schauspieler Taylor Sheridan hat in verschiedenen Fernsehserien mitgespielt, wie zum Beispiel „Sons of Anarchy“ oder „Veronica Mars“. Er schrieb ebenfalls die Drehbücher zu „Sicario“ und „Hell or High Water“. Nachdem er einen Kurzfilm realisiert hatte, wagte er sich zum ersten Mal an einen Spielfilm, „Wind River“, zu dem er auch das Drehbuch verfasste. Der Film lief in Cannes und gewann in der Sektion „Un certain regard“ den Preis der besten Regiearbeit.

Lauf in den Tod

Eine junge Frau, Natalie (Kelsey Asbille), läuft barfuß durch eine menschenleere schneebedeckte Landschaft. Es scheint als sei jemand hinter ihr her. Schließlich fällt sie hin und stirbt. Am nächsten Tag macht Cory (Jeremy Renner) Jagd auf Pumas. Er arbeitet für das „Fish and Wildlife Department“. Er entdeckt die Blutspur von Natalie und ist fassungslos, als er ihre Leiche findet, da er sie gut kannte. Sie war unter anderem mit seiner Tochter befreundet, die vor drei Jahren ebenfalls tot aufgefunden wurde.

Die FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) soll in der Wildnis des Indianerreservats „Wind River“ den Fall aufklären, weil es nicht in den Aufgabenbereich von Polizist Ben (Graham Greene) der Stammespolizei fällt. Das medizinische Gutachten weist auf eine Vergewaltigung hin, und der Tod trat ein, weil die Lungen bei der eisigen Temperatur regelrecht platzten. Da Natalie mit einem älteren Mann, Matt (Jon Bernthal), befreundet war, kommt dieser erst einmal als tatverdächtig in Frage. Jane ist fremd in der Gegend und bittet daher Cory, ihr zu helfen.

Interessante Relationen

Cory liest Spuren und zieht daraus seine Schlüsse, die überraschen. Somit ist man hier weit von TV-Serien wie zum Beispiel „CSI“ weg, wo alle Fälle mit medizintechnischen Methoden und Computern geklärt werden. Interessant ist, dass Cory mit der Indianerin Wilma (Julia Jones) verheiratet war, und sich liebevoll um seinen Sohn Casey (Teo Briones) kümmert. Er hat auch ein freundschaftliches Verhältnis zu Martin (Gil Birmingham), dem Vater der Getöteten. Er hat sich in die Gesellschaft eingelebt.

Martins Sohn Chip (Martin Sensmeier) dagegen ist drogenabhängig und weltfremd wie weitere Jugendliche. Der Film baut somit nicht nur auf Spannung in der Klärung des Falls, sondern auch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen im Reservat, wo das Leben kein Zuckerschlecken ist. Auf eine überraschende und ganz aparte Manier wird der Tathergang geschildert. „Wind River“ ist ein handwerklich gut inszenierter Thriller, mit ein paar originellen Varianten zu den herkömmlichen Actionfilmen.