BETTENDORF/BLEESBRÜCK
PIERRE MATGEN

Grundsteinlegung für die neue Kläranlage Bleesbrück - Sie soll bis 2019 EU konform sein

Am Freitag fand in Bleesbrück, in Anwesenheit von Umweltministerin Carole Dieschbourg und Innenminister Dan Kersch die offizielle Grundsteinlegung für den Ausbau der Kläranlage des Syndicat Intercommunal de Dépolution des Eaux résiduaires du Nord (SIDEN) statt.

Mit den umfangreichen Arbeiten war nach der Sanierung des Geländes bereits am 15. Oktober 2014 begonnen worden. Die Kosten, inklusive der für ein neues Verwaltungsgebäude, belaufen sich auf 81 Millionen. Euro. Nach der Fertigstellung soll die Anlage endlich den EU Standards entsprechen.

Millionenstrafe durch die EU-Kommission

Vorausgegangen war die Verhängung von Strafzahlungen gegen Luxemburgs durch die EU. Wegen fehlenden und/oder mangelhaften Kläranlagen wurde das Großherzogtum mit einer einmaligen Strafe von zwei Millionen Euro plus 2.800 Euro für jeden zusätzlichen Tag bis zum Erreichen der EU-Standards.

48,8 Millionen Euro für den Ausbau

Es ist seit langem bekannt, dass auf Grund der regen Bautätigkeit im Einzugsgebiet der Kläranlage, deren Kapazität seit mehr als zehn Jahren nicht mehr ausreicht. Besonders die Nitrat-Grenzwerte, also Stickstoffverbindungen, werden erheblich überschritten. Darum wurde nach langwierigen Studien und Genehmigungsverfahren schließlich am 23.Dezember 2013 das Finanzierungsgesetz in Höhe von 48,8 Millionen Euro für den Ausbau und die Modernisierung der Klärtechnik genehmigt. Damit soll die Reinigungskapazität von rund 100.000 Einwohnergleichwerten auf 130.000 erhöht werden. Außerdem wird die Kläranlage mit einer effizienten Nährstoffreinigungsstufe versehen. Eine besondere Herausforderung ist die Realisierung des gesamten Projektes während des weiterlaufenden Betriebs. Die komplette Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen. Allerdings sollen die EU-Grenzwerte, bereits nach Fertigstellung der ersten Phase, spätestens 2019 erreicht werden.

In seiner Ansprache bedauerte SIDEN Präsident Ali Kaes die Verzögerungen, die im Vorfeld zum Teil durch die von den Entscheidungsträgern verlangten zusätzlichen Studien entstanden sind. Hierzu meinte er, dass es einer wesentlichen Vereinfachung der Prozeduren bei solchen Projekten bedürfe.

Finanzierung zum Teil ungeklärt

Noch nicht geklärt ist die Finanzierung des Verwaltungstraktes mit Büros, Konferenzsaal, Aufenthaltsraum, Garagen und Labors. Die entsprechenden Studien ständen kurz vor dem Abschluss. Da die hierfür anfallenden Kosten nicht Teil des genehmigten Finanzierungsgesetzes ist, hofft Kaes nun bei der Realisierung auf eine staatliche Beteiligung wie bei ähnlichen Projekten anderer Gemeindesyndikate.

Nach den Worten der Minister, die den Fortschritt der Arbeiten begrüßten, erläuterte SIDEN Direktor Roland Schaack die technischen Aspekte der Siedlungswasserwirtschaft.