GÉRARD PHILIPP

Eine von der US-amerikanischen Gesellschaft Inrix veröffentlichte Studie hat ergeben, dass Autofahrer in der Stadt Luxemburg 2016 durchschnittlich 33 Stunden im Stau standen. Dieses Resultat platziert die Hauptstadt auf dem 134. Platz im Welt-Ranking. Dies sei ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Zum einen zeichnet sich die Hauptstadt durch eine außerordentlich hohe Rate an Autos pro Haushalt aus, zum andern sind über die Hälfte der Beschäftigten in Luxemburg Grenzpendler, die natürlich auch am Straßenverkehr teilnehmen. Verständlich daher auch, dass man alles daran setzt, schnell nach Hause zu kommen. Was sich wiederum negativ auf manche Stadtteile auswirkt, denn Luxemburg hat nur die Hälfte eines Stadtumfahrungsringes, die Süd-Umgehungsstraße.

„Deshalb haben wir gegenwärtig tausende von Verkehrsteilnehmern, die Abkürzungen und Schleichwege quer durch die Stadt benutzen, um einige Kilometer oder auch ein paar Minuten zu sparen. Täglich wächst dieser Verkehr, was die Lebensqualität und Sicherheit der Einwohner der betroffenen Stadtviertel stark beeinflusst. Zu nennen sind hier Neudorf / Klausen, Pafendall, Eich/Mühlenbach oder auch Reckendall. Speziell der Pendlerverkehr zwischen Bartringen/ Strassen/Bridel und Beggen/Route d’Echternach/Kirchberg/Findel sticht hier hervor. 

Eine zusätzliche Belastung entsteht durch die Anschlussstraßen Route d’Echternach, Rue de Beggen, Rue de Bridel, die N12 - Sept Fontaines. Zu beachten ist auch, das auf dieser Verbindungsroute drei Grundschulen liegen! Wir wissen alle ganz genau, dass in absehbarer Zukunft der totale Kollaps dieser Verbindungsstraßen bevorsteht! Wir müssen heute reagieren und die Weichen für die Zukunft stellen, um diesen steigenden Verkehrsfluss dauerhaft aufzulösen. 

Ein falscher Weg ist hier die zehn Kilometer Abkürzungen durch vier Wohnviertel. Für diese Strecke braucht man 15 Minuten. Notlösung: A1/A6 Süd Umgehungsstraße mit 17,2 Kilometer. Normalerweise braucht man für diese Strecke während den Stoßzeiten zwischen 25 bis 30 Minuten, mit einem absoluten Stau im Endergebnis. Die langfristige und richtige Lösung wäre eine Nord-Umgehungsstraße A1 zur A6, der Ausbau bestehender Straßen sowie der Bau einer Verbindungsbrücke und Anschluss Kirchberg A1 und Autobahn A6, was ich auch in meiner Petition 795 anrege

Wohngebiete als Abkürzung auf Kosten der Einwohner zu nutzen, kann man nicht länger zulassen. Eine von vielen Möglichkeiten, dies zu unterbinden wäre, den freien PKW- und LKW-Verkehr der Pendler und den der nicht in der Gemeinde Luxemburg-Stadt wohnhaften Bürger einzuschränken. Während den Stoßzeiten 7.00 bis 9.30 und 16.30 und 19.00 werden verschiedene Straßen für Pendler zu Einbahnstraßen beziehungsweise gesperrt. Dieses einfache wie kostengünstige Konzept würde den Pendlerverkehr sofort abstellen und gleichzeitig andere Projekte wie P&R oder den Bahnanschluss auf dem Kirchberg unterstützten.“