WAHLHAUSEN
INGO ZWANK

Zu Besuch im Café-Restaurant „Beim Bertchen“ in Wahlhausen, der früheren „E’slecker Stuff“

Ob das verdiente Feierabendbier oder das gemütliche Essen gegenüber dem offenen Holzkohlegrill: Im dem ländlichem Ambiente des Traditionshauses „E’slecker Stuff“, die sich nun umbenannt hat in „Beim Bertchen“, kann man sich nur wohlfühlen. Denn Tradition und Geschichte werden hier lebendig gehalten, auch wenn man sich so manchem Wandel anpassen muss.

Das genaue Gründungsjahr der früheren „E’slecker Stuff“ ist unbekannt, erzählt Steve Martellini, der nun seit Januar 2019 - nach umfangreichen Renovierungsarbeiten - in sechster Generation das Haus führt, wobei seine Frau Carole Hahn ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. „Wir wollten das Gründungsjahr genauer wissen.“ So versuchte man, der Sache auf den Grund zu gehen. „Nach einigen Recherchen konnten wir ein bisschen Licht in das Dunkel bringen und schätzen das Gründungsjahr auf ungefähr 1863.“

Älteste Stätte für Diekircher Bier

Ein Umstand, der aber absolut sicher ist, ist der, dass seit dem Gründungsjahr „Dikrecher Béier“ in der „Stuff“ gezapft wird. „Damit gehören wir zur ältesten Stätten im Land, die eine Zusammenarbeit mit der Brauerei in Diekirch haben“, berichtet Martellini nicht ohne Stolz.

So konnte die Gaststätte 1984 zusammen mit der Brauerei das 100-jährige Jubiläum feiern. Im Laufe der Jahre hat sich der Betrieb, der anfangs vom Ehepaar David-Michels geführt wurde, von einer kleinen Gaststätte mit Épicerie samt kleinem Bauernbetrieb, zu einem Café Restaurant entwickelt.

„Aus dem kleinen Familienbetrieb, der in 100 Jahren über Generationen David-Michels, Wollf-Michels und Serres-Wolff in den Besitz der Familie Hahn-Serres kam, hat der damalige Architekt Albert Hahn durch einen großartigen und außergewöhnlichen Umbau ein Lokal geschaffen, das sich in Luxemburg und über die Landesgrenzen hinaus einen Namen machen konnte“, sagt Martellini.

Vom Ehrgeiz angetrieben gründete Albert Hahn zusammen mit seinem Sohn Armand 1986 die „Auberge Aal Veinen“ in Vianden, die bis heute im Besitz der Familie ist. Alberts Frau, Berthe, „vielen Leuten besser bekannt unter dem Namen ‚Bertchen‘, hat nach dem Tod ihres Mannes in den 90er Jahren den Betrieb erfolgreich weitergeführt“, erzählt er weiter.

Nach ihrem Tod im Jahr 2002 übernahm ihr Sohn Armand zusammen mit seiner Frau Aline die Geschäfte. Heute setzt das Restaurant seinen Schwerpunkt auf Fleisch vom Grill und auf eine gut traditionelle Küche mit Produkten aus der Region und wird seit 2019 nun bereits in sechster Generation von Martellini weitergeführt.

Doch aus der „E’slecker Stuff“ wurde nun „Beim Bertchen“. Die schwere Entscheidung geht auf das Jahr 2013 zurück, berichtet Martellini. Nach dem unerwarteten Tod vom Eigentümer Armand Hahn übernahm dessen Frau Aline die Geschäfte zusammen mit ihrem Schwiegersohn. Nach diesem schweren Schlag wurden die beiden Betriebe in Wahlhausen und Vianden unter dem Namen „Beim Hunn“ geführt. „Damit sollte den Kunden und Gästen gezeigt werden, dass die beiden Betriebe weiter in Familienbesitz bleiben.“

Fünf Jahre später und im Wandel der neuen Technologie im Zeitalter von Internet und Handy wurden die beiden Lokalitäten jedoch bei Reservierungen immer öfter verwechselt. „So wollten Gästen beispielsweise in Vianden essen gehen, buchten aber in Wahlhausen“, erklärt Martellini.

„Um in Zukunft solche Verwechslungen zu verhindern, haben wir uns dazu entschlossen, den ‚Hunn am Kuerf‘ namentlich bestehen zu lassen und so den Betrieb in Vianden auch weiterhin in Erinnerung an den verstorbenen Besitzer Armand Hahn ‚Beim Hunn‘ zu benennen. Unsere Restaurant in Wahlhausen soll hingegen die Erinnerung an die langjährige Besitzerin Berthe wachhalten und wird deshalb in „Beim Bertchen“ umbenannt.“

So sind nun „Beim Hunn“ und auch „Beim Bertchen“ weiterhin durch Tradition und ein Konzept mit Familienverbundenheit gekenzeichnet.

Mehr Informationen samt der aktuellen Speisekarte gibt es unter www.beimbertchen.lu - Adresse: 37, am Duerf, L-9841 Wahlhausen