PATRICK WELTER

Der Mann ist die Karikatur eines Immobilienhais, der vor einer Ruine steht und breit grinsend meint: „Nur ein bisschen neue Farbe, dann ist alles wieder in Ordnung!“

Blöderweise ist dieser Mann Präsident der USA und eine Gefahr für seine Landsleute. Leider haben viele von denen immer noch nicht wahrhaben wollen, wen sie da ins Oval-Office gewählt haben – einen pathologischen Lügner. Vielleicht muss man gnädig mit Trump sein, vermutlich weiß er schlicht und einfach nicht, was Wahrheit ist.

Auch in Sachen Covid-19 hat er schneller seine Standpunkte gewechselt, als ein Chamäleon seine Farbe. Erst will Donald „the brain“ nichts von einer hochansteckenden Krankheit wissen, das sei erstens ein chinesisches Problem und nur eine kleine Grippe. Als er merkt, dass das Ding doch eine Gefahr sein könnte, ist es kein „Corona-Virus“, sondern das „Wuhan-Virus“ oder gleich das „chinesische Virus“. Die USA seien aber gut gerüstet….

Hä? Davon kann nun wirklich keine Rede sein, die Seuche grassiert in einem Land, in dem Millionen Menschen keine Krankenversicherung haben und in dem zu allem Unglück auch noch die medizinische Versorgung extrem teuer ist. Amerikaner machen große Augen, wenn sie erfahren, dass die Corona-Tests in Europa für die Untersuchten de facto kostenfrei sind. Wie hoch die Zahl der Infizierten
in den USA wirklich ist kann niemand sagen - weil zu wenig getestet wird.

Während Trump nur schwätzt, kämpfen Bürgermeister und Gouverneure täglich um eine Versorgung der schwer Erkrankten und Schutzkleidungen für das Pflegepersonal.

Niemand weiß, ob die Geschichten über Trumps Versuche europäische Pharmaunternehmen zu kaufen, um sich Impfstoff exklusiv für die USA zu sichern, oder ob die Berichte über irgendwo in der Welt im großen Maßstab beschlagnahmte oder zu Mondpreisen aufgekaufte Schutzmasken durch Amerikaner im Detail stimmen – schlimm genug, dass der POTUS alles dafür getan hat, dass man diese Stories spontan glaubt.

Unglaubwürdigkeit ist Trumps Markenzeichen. Heute ein Kriegswirtschaftsgesetz von 1952 aktivieren und morgen auf die Industrie schimpfen. Erst abwiegeln und das Leben von tausenden Menschen riskieren, dann behaupten, man hätte frühzeitig vor den Gefahren gewarnt und ganz zum Schluss die Schuld auf andere abschieben.

Trumps neuester Sündenbock ist die WHO. Seiner Ansicht nach hat es die Weltgesundheitsorganisation in Sachen Covid-19 „verbockt.“ Die USA würden soviel in die Kasse der WHO einzahlen und diese habe sich dann nur um China gekümmert und das Geld sonst wo verschwendet, nichts sei für die USA getan worden. Er müsse sich überlegen, so Trump, ob er weiter an die WHO zahlen wolle.

Viele seiner Wähler sind evangelikale und fundamentalistische Christen, aber „christliche Nächstenliebe“ oder Solidarität der Starken für die Schwachen ist das allerletzte, was man mit Trump in Verbindung bringt. Mit seinem „America first“, seinem Kampf gegen internationale Organisationen, seinem Hass auf die UN und dieses komische Europa, taugt er nur zum Säulenheiligen des Egoismus. Wenn es einen Gott gäbe, müsste jedes Mal Schwefel vom Himmel fallen, wenn Trump eine Kirche betritt.