LUXEMBURGSVEN WOHL

Jan Nielsen schreibt in seinem Blog über seine Restaurantbesuche und macht einige kulinarische Entdeckungen

Gigantische Fotos von leckeren Gerichten gibt es auf dem Internet fast so viele, wie Videos von süßen Katzen. Instagram war zu Beginn vor allem dafür bekannt. Doch schon seit längerer Zeit gibt es bei den Lifestyle-Bloggern eine Gruppe, die immer stärker wächst: Foodblogger. Obwohl sie weit davon entfernt sind, ausgefeilte Restaurantkritiker zu sein, bestimmen sie den Geschmack mit, sind also wahre „Tastemaker“.

Lückenfüller

Jan Nielsen ist einer der luxemburgischen Foodblogger. Eigentlich unterhielt der Däne zunächst einen LifeStyle Blog, der sich allerdings mit der Zeit immer stärker in Richtung Essen entwickelte. Nach einem Besuch in einem Restaurant fand er heraus, dass dies eine sehr interessante Art und Weise sein kann, dieses Erlebnis zu verarbeiten. Natürlich drängte er damit in eine Lücke: „Niemand hat das so direkt in Luxemburg betrieben“, stellt er im Interview fest. International sieht das schon etwas anders aus: Ähnliche Blogs wie seinen gibt es in fast allen großen Städten der Welt.

„Diese Blogs habe ich immer gelesen, wenn ich verreist bin“, erklärte er und fügt hinzu, dass sie eine gute Ergänzung zu Apps wie TripAdvisor darstellen. Dabei ist sein Ziel als Blogger ziemlich klar: „Ich versuche positiv und optimistisch über Restaurants zu schreiben.“ Das liegt auch teilweise daran, dass er sich selbst nicht als professionellen Restaurantkritiker sieht. Deshalb verzichtet er auch auf Bewertungen, können diese den Restaurants stark schaden. Deshalb lautet seine Devise letztlich: „Ich schreibe nur über Restaurants, die ich empfehlen kann.“

Auf der Suche

Doch wieso betreibt er eigentlich einen solchen Blog? „Es ist die Suche nach Exzellenz, die mich interessiert“, sagt er mit Begeisterung. Sowohl das Essen als auch das Ambiente und der Service spielen für ihn eine Rolle. Weniger wichtig ist dabei, ob es sich um „Haute Cuisine“ handelt: Auch Hamburger und Pizzas werden streng unter die Lupe genommen. Im Fastfood hat er auch seine Wurzeln, teilweise auch, weil er im IT-Bereich arbeitet. Doch irgendwann begann er, sich gesünder zu ernähren und dabei achtet er zunehmend auf Qualität. „Mir geht es um das Herz, das in den Gerichten steckt“, resümiert er seine Philosophie. Deshalb kann er auch jede Art von Essen schätzen, solange genug Leidenschaft darin steckt.

Leidenschaft und vor allem viel Energie steckt auch in den einzelnen Blogposts. Bis zu drei Stunden arbeitet Jan Nielsen an jedem einzelnen von ihnen. Nicht mitgezählt wird dabei der eigentliche Restaurantbesuch: Bei einem 20-gängigen Menü geht natürlich viel Zeit drauf. Dazu kommt natürlich der viele Wein, da wird man schon beschwipst. „Da verwackeln die Fotos schon mal“, gibt der Blogger lachend zu. Trotzdem gibt er sich bei den Fotos viel Mühe, immerhin ist die eigene Schwester Fotografin.

Raum für Verbesserungen

Natürlich gibt es noch viel Raum für Verbesserungen. So überlegt Jan Nielsen, ob er nicht mehr schreiben und während des Essens mehr Notizen nehmen sollte. Vor allem letzteres ist schwierig, versucht man doch auch, die eigene Privatsphäre zu respektieren. Zudem ist es für ihn noch schwierig, Feedback zu bekommen. Das liegt auch daran, dass er unregelmäßig schreibt, denn damit ist es schwierig eine beständige Leserschaft aufzubauen. Mittlerweile denkt er auch über ein Redesign des Blogs nach. Es steht also noch viel Arbeit für die Zukunft an.


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