LUXEMBURG
DAMLA KAYAKIRAN

In „Sekiro: Shadows Die Twice“ schlägt sich der einsame Shinobi nicht nur durch unzählige Gegnerhorden, sondern auch an die Spitze der Verkaufscharts

Japan in der Sengoku-Zeit: Streitende Reiche, der blutige Kampf um die Vormachtstellung und ein göttlicher Erbe mit einer mysteriösen Auferstehungskraft, die im Zentrum des Interesses der Machthaber steht. In „Sekiro“ schlüpft der Spieler in die Rolle des gleichbenannten Shinobis, der sein Leben zum Schutz des letzten Nachkommen einer alten Blutlinie gewidmet hat - selbst nach seinem eigenen Tod. Der unsterbliche Eid mit seinem Herrn bringt den entehrten Sekiro von den Toten zurück, um den jungen Adligen von den machthungrigen Gegenspielern zu beschützen.

Die neue zweite Chance

Die Kunst der Wiederbelebung spielt bei „Sekiro“ auch im Gameplay eine große Rolle, da dem Spieler nach einer Niederlage ein zweiter Versuch gewährt wird. Vergleicht man dies mit From Softwares sogenannten „Souls“-Titeln, zu denen die „Dark Souls“-Reihe und „Bloodborne“ zählen, ist die Mechanik einer zweiten Chance ein neues Konzept – viel einfacher wird das Spiel dadurch aber nicht. Der hohe Schwierigkeitsgrad bleibt auch bei „Sekiro“ weiterhin das Hauptmerkmal. So reichen wenige Treffer für eine Konfrontation mit dem Tod. Damit es nicht soweit kommt, muss sich der Spieler schon sehr früh mit dem Parieren auseinander setzen. Gegner besitzen bei „Sekiro“ nicht nur eine Vitalitätsanzeige, sondern auch eine Haltungsanzeige, die sich mit jedem erfolgreich parierten Schlag auffüllt. Sobald diese Anzeige ihren Höhepunkt erreicht und die Haltung bricht, kann der Protagonist einen sofortigen Todesstoß ausführen, welcher eine komplette Lebensleiste des Gegners auslöscht. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit des Schleichens, womit manche Kämpfe komplett vermieden oder mit listigen Todesstößen beendet werden können. Wer lieber kämpfen möchte, kann sich mit Hilfe der zahlreichen Module für die Shinobiprothese diverse Vorteile im Kampf ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise Wurfsterne, eine zusätzliche Axt, ein geladenes Flammenrohr und vieles mehr.

Hier werden aber auch bereits die wesentlichen Unterschiede zu „Dark Souls“ und „Bloodborne“ klar:

Die Module der Shinobiprothese sind in „Sekiro“ die einzigen Anpassungsmöglichkeiten im Bezug auf Ausrüstung. Keine Rüstungen, kein Waffenwechsel, keine Seelen. Darüber hinaus besitzt das Spiel auch kein klassisches Levelsystem und basiert auf mehreren Skill-Bäumen, in die Punkte hinein investiert werden müssen, um neue Kampfkünste zu erlernen.

Bei Spielern beliebt

„Sekiro: Shadows Die Twice“ vereint alte „Souls“-Elemente mit frischen Neuerungen – doch wie wirkt sich das Gesamtpaket denn nun auf die Verkaufszahlen aus? Großartig! Allein in den ersten zehn Tagen nach dem Release verkaufte sich das Spiel weltweit über zwei Millionen Mal. Auch auf Steam schaffte es „Sekiro“, 124.334 Spieler gleichzeitig an ihre Rechner zu binden und befindet sich heute noch unter den zwanzig meistgespielten Spielen. Damit stellt es große Konkurrenzen wie „Devil May Cry 5“ statistisch deutlich in den Schatten. Im Vergleich zu „Dark Souls 3“ und „Bloodborne“ sieht „Sekiro“ aber trotz den hervorragenden Verkaufszahlen alt aus. „Dark Souls 3“ verkaufte in den ersten zehn Tagen fast doppelt so viele Exemplare, bei „Bloodborne“ waren es trotz der PS4-Exklusivität gute 30 Prozent mehr.