OSTENDE
CHRISTIAN SPIELMANN

„Fame the Musical“ im Casino in Ostende

Der Musikfilm „Fame“ von Alan Parker war 1980 ein weltweiter Erfolg in den Kinos. Der Titelsong, von Irene Cara gesungen, gewann den Golden Globe und den Oscar als bester Filmsong. Steve Margoshes komponierte neue Musik zum gleichnamigen Bühnenmusical, bei dem lediglich der Titelsong von Michael Gore und Dean Pitchford zurückbehalten wurde. José Fernandez schrieb das Buch und Jacques Levy die Liedtexte. Der Erfolg hielt sich nach der Premiere 1988 in Miami in Grenzen. Erst die schwedische Fassung von 1993 sorgte dafür, dass das Musical bekannt wurde, den Weg nach London, Off-Broadway und schließlich in die ganze Welt fand.

Im Casino in Ostende spielt man seit Jahren erfolgreich Musicals zur Sommerzeit, und momentan ist eine ausgezeichnete britische Tour-Produktion von „Fame the Musical“ bis zum 10. August zu sehen.

Harte Arbeit

Das Musical erzählt mehr oder weniger dieselbe Geschichte wie der Film, nur wurden die Namen der Protagonisten geändert. In der New Yorker „High School of Performing Arts“ bewerben sich 1980 junge Menschen für die Aufnahme. Miss Sherman (Mica Paris) erklärt den aufgenommenen Studenten, was auf sie wartet: harte Arbeit auf dem Weg zum Ruhm, den leider nur wenige schaffen. Nach und nach lernt der Zuschauer die einzelnen Protagonisten kennen, wie Nick (Keith Jack), der ein Auge auf Serena (Molly McGuire) geworfen hat, die rassige Carmen (Stephanie Rojas), die eine wunderbare Stimme hat, und der es eigentlich Spaß macht, zusammen mit Schlomo (Simon Anthony), Goody (Alexander Zane) und Lambchops (Louisa Beadel) zu musizieren, Tyrone (Jamal Kane Crawford), der ein talentierter Tänzer ist, aber nicht richtig lesen und schreiben kann, weil er unter Dyslexie leidet, und schließlich Iris (Jorgie Porter) ebenfalls eine ausgezeichnete Tänzerin, die sich für Tyrone interessiert.

Da wären noch die Lehrer Miss Bell (Katie Warsop), Mister Scheinkopf (Duncan Smith) und Mister Myers (Spencer Lee Osborne), die sowohl mit den Talenten der Schüler wie mit deren Problemen zu tun haben.

Musizierende Schauspieler

In der „High School of Performing Arts“ wird natürlich auch Musik und Gesang gelehrt. Somit ist es normal, dass verschiedene Schauspieler auf der Bühne Musikinstrumente spielen. Doch in dieser von Nick Winston inszenierten und choreografierten Fassung tauchen Lambchobs (Schlagzeug und Sopran-Saxophon), Goody (Trompete) und Schlomo (Piano) immer wieder auf, um die Gesangsnummern zu begleiten, zusätzlich zu der Band, die die Musik live einspielt.

Im Bühnenhintergrund steht eine Wand mit Bildern von Studenten, in der sich einige Ein- und Ausgänge befinden. Davor steht eine überhöhte Plattform, die links und rechts über eine Treppe erreichbar ist. Das Ensemble spielt und singt mit großer Überzeugung diese jungen und älteren Menschen mit ihren unterschiedlichen Hoffnungen.

Ein Höhepunkt der Show ist das Lied „These Are My Children“ von Miss Sherman. Mit ihrer starken Stimme zieht Mica Paris die Zuschauer gekonnt in ihren Bann. Das melodiöse „I Want to Make Magic“ wird von Nick gesungen und „There She Goes“, von Carmen angestimmt, geht in „Fame“ über. Sehr gefühlvoll klingen „Let’s Play a Love Scene“ von Serena und „Bring on Tomorrow“ von Schlomo und Carmen. „Fame the Musical“ erzählt unkomplizierte Geschichten, die mit etlichen Ohrwürmern bestickt für unbeschwerte und somit sehenswerte Unterhaltung sorgen.

Infos und Tickets unter http.//www.kursaaloostende.be. Vom 11. September bis 19. Oktober gastiert das Musical dann im Londoner Peacock Theatre.