LUXEMBURG
BERND KARL

Während in anderen Wirtschaftsbereichen es eher darum geht, die Mitarbeiter während des Corona-Stillstands zu beschäftigen, plagen einige Teile der Landwirtschaft die Sorge keine Arbeiter, genauer gesagt keine Saisonkräfte zu finden, da ihre Einreise in den Schengenraum oder innerhalb zum Problem werden kann. In Luxemburg ist es vor allem der Weinbau, der auf Saisonkräfte aus dem Ausland angewiesen ist. Gestern hat auch die EU-Kommission die Mitgliedsländer dazu aufgefordert, die Freizügigkeit von Saisonkräften zu ermöglichen. Bernd Karl, technischer Direktor der Winzergenossenschaft „Vinsmoselle“, erklärt warum diese Arbeitskräfte im Weinbau besonders wichtig sind. Nicht nur für sein Unternehmen, sondern für jeden Weinbaubetrieb im Land.

„Im Mai ist der Zeitpunkt gekommen, dass Leute gebraucht werden. Auch wenn es ihm Augenblick so aussieht als ob ausländische Arbeitskräfte aus dem Schengen-Raum zur Verfügung stehen können, ist es wichtig, das Problem im Auge zu behalten. In Luxemburg werden traditionelle polnische Saisonkräfte eingesetzt. Landarbeiter aus Rumänien - wie sie derzeit bei der deutschen Spargelernte vermisst werden - sind in Luxemburg nur selten anzutreffen. Natürlich stellt sich neben der rechtlichen Situation, des ‚reisen dürfen‘ auch die Frage des ‚reisen wollen‘ - ja nach Corona-Lage. Auf jeden Fall ist die Situation für den Weinbau angespannt.

Die meisten Winzerbetriebe haben ganzjährige Angestellte, aber in Zeiten saisonaler Spitzen werden zusätzliche temporär beschäftige Arbeiter benötigt. Im Weinberg, im Keller und später in der Lese.

Obwohl der Begriff Saisonarbeiter einen Hilfsarbeiterjob suggeriert, handelt es sich in den meisten Fällen um Leute, die regelmäßig ins Land kommen und wissen was sie zu tun haben. Was ganz einfach bedeutet, dass sie aufgrund von Erfahrung die richtige Sachkenntnis mitbringen und ihre Arbeit kennen und nicht angelernt werden müssen. Vom Umgang mit der Rebschere bis hin zum Traktorfahren. Es ist keineswegs einfach, freigestellte Mitarbeiter anderer Branchen für ‚Hilfsarbeiten‘ in den Weinberg oder in den Keller zu schicken. Dort braucht man ein eingespieltes Team und Arbeitskräfte mit Erfahrung. In der Weinlese Leute aus anderen Branchen zu beschäftigen, wird sich als schwierig erweisen.

Bis jetzt hat sich das Landwirtschafts- und Weinbauministerium zu dieser Frage sehr zurückgehalten. Die Landwirtschaftskammer berichtet nur von ‚Gesprächen‘ mit dem Ministerium.“