ORLANDO
MARCO MENG

Am Dienstag zwischen 22.00 und 23.00 luxemburgischer Zeit sollte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida die wiederverwertete SpaceX-Rakete abheben, die den ersten Satelliten des luxemburgischen Gemeinschaftsunternehmens von Satellitenbetreiber SES und Staat, GovSat, ins All  bringen soll. Allerdings wurde der Start gestern kurz vor der geplanten Zeit abgesagt, aus "technischen Gründen", wie es zunächst hiess. Genauer gibt es laut SpaceX Probleme mit einem Sensor an der zweiten Stufe der Rakete. Ein weiteres Startfenster ist für Mittwoch offen.
Am Montag war eine von Premierminister Xavier Bettel und Erbgroßherzog Guillaume angeführte luxemburgische Delegation in Orlando/Florida eingetroffen, der unter anderem Wirtschafts- und Verteidigungsminister Etienne Schneider sowie SES-Chef Karim Michel Sabbagh angehört. Auch Gwynne Shotwell, Präsidentin und Chief Operating Officer  des Raketenbauers SpaceX kam nach Orlando, um sich mit Bettel zu treffen. Der Premier hob in einer kurzen Ansprache die Bedeutung hervor, die dem 2012 gegründeten Unternehmen als Öffentlich-privatem Unternehmen zukäme, und äußerte dabei die Hoffnung, dass die so erfolgreich sein möge wie die, aus der der weltgrößte Satellitenbetreiber SES entstanden ist. 

Hochsichere Kommunikation

In den hochsicheren Kommunikationssatelliten, dessen Frequenzen Luxemburg zum Teil der Nato kostenlos zur Verfügung stellt, investierte GovSat 225 Millionen Euro. Kein „sinnloses Investment“, wie Bettel betont, da  Partnerländer- und Organisationen andere Frequenzen kaufen können, was wieder die luxemburgischen Wirtschaft zugute käme.
Dem Raketenstart wird übrigens ein Mann beiwohnen, der ein inniges Verhältnis zu Luxemburg hat und nicht weit von der Abschussrampe wohnt. Robert A. Mandell, der ehemalige US-Botschafter in Luxemburg.
Für SpaceX wäre es das sechste Mal, dass eine sogenannte „flugbewährte“ Falcon-Rakete startet.
Die Reise vom Launch Complex 40 auf der Cape Canaveral Air Force Station zum Orbit wird  voraussichtlich 32 Minuten dauern; in zwei bis vier Wochen danach soll der Satellit dann einsatzbereit sein. Kommenden Dienstag soll von Cape Canaveral aus zum ersten Mal auch die SpaceX Heavy abheben, die schwerste Rakete seit der Mondrakete Saturn-V.