LUXEMBURG
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Tag der Fische: Fischer wünschen sich eine höhere Akzeptanz ihres Sports

Der Tag der Fische findet jährlich am 22.August statt. Er wurde im Jahr 2007 ins Leben gerufen, um auf bedrohte Fischarten und deren Schutz in das öffentliche Bewusstsein rücken. Der Aktionstag wird von verschiedenen Tierschutzorganisationen genutzt, um auf die Bedrohung des Bestandes einiger Speisefische hinzuweisen und um generell über die Welt der Meeresbewohner zu informieren. Allerdings ist der Fisch auch eng mit dem Angler verbunden. Aus diesem Grund haben wir uns mit Jos Scheuer, Präsident der Sportfischerföderation „Fédération Luxembourgeoise des Pêcheurs Sportifs“ (FLPS), darüber unterhalten, wie sich die aktuelle gesellschaftliche und auch politische Situation für die Sportfischer darstellt. Ausnahmsweise ging es dabei nicht um die Grundel.

Auf den „Tag der Fische“ eingehend stellt Scheuer fest, dass der Status des Fisches in Luxemburg immer noch nicht richtig gewürdigt wird. „Der Fisch ist ein absolut wichtiger Indikator, wenn es und das Wasser, auch um die Fließgewässer im Land geht“, sagt Scheuer mit Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie des Großherzogtums. Der Fisch müsse wissenschaftlich und auch politisch entsprechend anerkannt werden und somit auch bei Studien in Bezug auf die Wasserqualität herangezogen werden. „Er wird mir hier immer noch zu stiefmütterlich behandelt“, stellt der Präsident fest.

Die Akzeptanz der Fischerei als „traditionelle Aktivität, die einfach zu unserer Gesellschaft gehört“, müsse deutlich gefestigt werden. Hierbei spielt Scheuer auf die Vorhaltungen wie mögliche Tierquälerei an, die immer wieder ins Feld geführt wird. Es sei auch eine Freizeitbeschäftigung in der Natur. „Das muss man einfach berücksichtigen“, findet Scheuer.

Fischer werden diskriminiert

Ein Thema beschäftigt Scheuer in diesem Zusammenhang besonders. „In neuen Regelungen heißt es beispielsweise, dass am Stausee das Fischen in der Gruppe nur dann erlaubt sei, wenn man andere Aktivitäten nicht behindert.“ Dies sei eine klare Diskriminierung der Fischer gegenüber anderen Aktivitäten am und im Wasser. „Wir wollen auf Augenhöhe mit den anderen Freizeitaktivitäten behandelt werden“, sagt Scheuer. Dies würde bedeuten, dass wenn Tretboote auf dem Stausee unterwegs sind, die Angler nicht ihrem Sport nachgehen könnten. Entsprechende Gespräche würden auch schon laufen, um genau für diese laut Scheuer fehlerhafte Positionierung der Fischer bei der Politik und auch in der Gesellschaft zu sorgen. Es müsse doch möglich sein, an der Mosel beispielsweise mit den Fahrradfahrern gemeinsam dem Hobby nachgehen zu können. Ein gerichtliches Vorgehen schließt Scheuer nicht aus und deutet einen Gang vor das Verwaltungsgericht an.

Mit Blick auf die aktuelle Situation der Blaualgen verweist Scheuer darauf, dass man hier noch von einer durchaus wirren Behördenvernetzung sprechen kann. „Was diesen Aspekt angeht, so ist in erster Linie doch das Wasserwirtschaftsamt gefordert“, betont er. Die Situation sei wissenschaftlich zu verfolgen. Dazu gehöre eine frühzeitige Warnung. „Und auch eine entsprechende Entwarnung, wenn sich die Situation wieder beruhigt hat und auch das Angeln wieder möglich ist.“ Schließlich müsse darüber informiert werden, dass beispielsweise auch sogenannte Tieffische wie der Karpfen in der aktuellen Situation wie auch Fließgewässer wie die Mosel betroffen seien.

Scheuer geht davon aus, dass die Fischerei als Freizeitbeschäftigung eine Zukunft hat. Das Naturerlebnis biete immer noch eine gewisse Lebensqualität für die „Jagd des kleinen Mannes“, wobei der schonende Umgang mit den Fischen stets im Mittelpunkt der Sportfischer stehe.


www.flps.lu