CLAUDE KARGER

Nachdem die Eidgenossenschaft - 23 Prozent Ausländer - vor zwei Wochen per Referendum knapp beschlossen hat, bei der Einwanderung kräftig zu bremsen, sind besonders die schweizerischen Medien daran interessiert, wie Luxemburg - 45 Prozent Ausländer - mit dem so genannten „Dichtestress“ umgeht. Das ist so ein klaustrophobietreibender Kampfbegriff, mit dem vor allem Populisten die Angst vor „Überfremdung“ schüren. Die schweizerische Depeschen-Agentur hat sich jedenfalls auf die Spuren des „Dichtestress“ im Großherzogtum begeben. Und vor allem mit dem Uni-Politologen Philippe Poirier geplaudert, laut dem Umfragen zeigen würden, „dass mittlerweile zwischen 20 und 25 Prozent der Luxemburger Stimmberechtigten Ideen wie jene der SVP teilen“.

Überhaupt seien in Luxemburg „die Ingredienzien“ für eine Partei nach Vorbild der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei vorhanden. Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt und in den Staats- und Gemeindekassen beispielsweise. Aber das wird sich noch legen, keine Panik.

Und zum Glück hat in Luxemburg (fast) jeder verstanden, dass dem Ländchen eine Abschottung alles andere als dienlich wäre und Multikulturalität ein Wettbewerbsvorteil ist. Vielleicht fällt irgendwann auch in der Schweiz der Franken in diesem Sinne.